Chlorella - kann die Süßwasseralge dem Darm helfen?

Chlorella pyrenoidosa ist eine einzellige Süßwasseralge. Wahrscheinlich haben Sie von ihr bereits gehört und diese eventuell therapeutisch angewandt. Sie ist ein fester Bestandteil des Protokolls zur Schwermetallentgiftung von Dr. Dietrich Klinghardt. Ich möchte Ihnen heute in diesem Artikel die positiven Wirkungen und möglichen Nebenwirkungen der Chlorella-Alge nahebringen.

 

Chlorella-Algen sind äußerst nährstoffreich

 

Es ist unglaublich, aber wahr: die Süßwasseralge enthält fast 50 % Eiweiß! Damit ist sie meines Wissens sogar sämtlichen tierischen Nahrungsmitteln überlegen. Sie enthält 19 verschiedene Aminosäuren, davon acht essenzielle. Die Liste der weiteren Zutaten der Chlorella-Alge nimmt sich wie eine Gesundheitskur für sich aus:

  • Die Vitamine A, C und E, Vitamin B3, in kleineren Mengen sämtliche B-Vitamine inklusive B12, Vitamin K und einige Carotinoide, sekundäre Pflanzenstoffe, die verschiedenen Gemüsesorten ihre leuchtende Farbe verleihen
  • die Mineralstoffe Magnesium, Mangan, Zink, Selen, Kalium, Eisen, Kalzium
  • Chlorella enthält CGF, ausgeschrieben: Chlorella-Growth-Factor, eine Kombination aus sechs Aminosäuren, die den Zellstoffwechsel, die Energiegewinnung und die Arbeit von Enzymen in den Zellen anregt. Chlorella kann in diesem Sinne tatsächlich als Nahrungsergänzung verwendet werden.

 

Hauptsächlich werden Chlorella-Algen allerdings zu Entgiftung eingesetzt

 

Tatsächlich hat die Chlorella-Alge ihren festen Platz in der Entgiftungstherapie bei naturheilkundliche arbeitenden Ärzten sowie Heilpraktiker. Sie wird primär für diesen Zweck eingesetzt. Dieses in erster Linie aufgrund der Fähigkeit der Alge, Giftstoffe zu binden. Diese Fähigkeit wiederum verdankt sie einer Substanz, die Sporopollenin heißt: eine der härtesten und „stursten“ biologischen Substanzen, die existieren. In Sedimentgesteinen soll 500 Millionen Jahre altes, intaktes (!) Sporopollenin gefunden worden sein. Es handelt sich um eine äußerst stabile, biologische Verbindung, die Phenylalanin und bestimmte Fettsäuren enthält. Dass die Aufnahme und Entgiftung von Schwermetallen nicht nur eine Legende aus „alternativen Kreisen“ ist, darauf weist eine Studie von 2015 hin, in der Sporopollenin mit positivem Ergebnis auf seine entgiftenden Eigenschaften von Schwermetallen hin untersucht wurde.

 

Während keine definitive Aussage über die Stärke der Entgiftungsfähigkeit getroffen werden kann, so schlägt die Chlorella-Alge mit ihren Eigenschaften dennoch zwei Fliegen mit einer Klappe. Auf der einen Seite wegen ihre Nährstoffe den Stoffwechsel und die Enzymtätigkeit an und sorgen damit für eine bessere zelluläre Entgiftungsleistung, auf der anderen Seite nimmt sie Giftstoffe im Darm auf und schleust diese am „Enterohepatischen Kreislauf“ (der Wiederaufnahme vieler Stoffe aus dem Darm über den Pfortaderkreislauf) vorbei, um sie nach draußen zu befördern. Das einzige Problem, was man als skeptischer Mensch kritisieren könnte: in extremen Fällen von Schwermetallvergiftung könnte die Aufnahmekapazität von Chlorella in Anbetracht der Aktivierung des Stoffwechsels überfordert sein. Manche Arten von Chlorella enthalten zudem Methylcobalamin, welches bei einer Schwermetallvergiftung strikt vermieden werden sollte (Kumudha et al, 2015). In der zitierten Untersuchung ist es jedoch die Chlorella vulgaris und nicht die Chlorella pyrenoidea, die diese Eigenschaft zeigt.

 

Was kann die Chlorella pyrenoidea für den Darm tun?

 

Chlorella enthält Inositol, auch als Vitamin B8 bezeichnet. Diese Substanz reguliert sowohl die hormonell-biochemische Signalübertragung zwischen Zellen als auch bestimmte Faktoren des Fettstoffwechsels. Zusammen mit ihrer entgiftenden Wirkung, die sich auch auf die Stoffwechselprodukte schädlicher Darmbakterien übertragen lässt, kann mit Chlorella eine Verbesserung beim Reizdarmsyndrom in Kombination mit Depression und depressiver Verstimmung erzielt werden. Dabei wirkt sich die Chlorella-Alge auch positiv auf den Leberstoffwechsel aus.

 

Bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa hilft die Kombination von Aminosäuren und den erwähnten CGF, entzündliche Prozesse zu regulieren. Der Effekt ist zwar nicht dramatisch, zusammen mit den anderen gesundheitlichen Wirkungen der Chlorella-Alge jedoch sicher einer Erwähnung wert. Hier kommen das oben erwähnte Inositol und die entgiftenden Eigenschaften doppelt zum Einsatz:

 

Sowohl die Entgiftung als auch das Inositol regulieren das humorale Abwehrsystem, was besonders bei Dickdarmentzündung und hier bei Belastungen mit den Stoffwechselprodukten krank machender Bakterien überreizt ist.

 

Die Alge ist daher besonders bei Colitis ulcerosa eine Therapieversuch wert. Für eine Therapie veranschlagt man in etwa eine Dauer von zwölf Wochen, therapeutisch sinnvolle Dosierungen der Chlorella-Alge beginnen bei 2 × 3 g täglich und reichen bis zu dreimal 8 g. Andere Quellen besagen, dass mehr als 20 g pro Tag wenig sinnvoll sind. Der ideale Kompromiss dürfte bei einer Tagesdosierung zwischen acht und 12 g einzuordnen sein, verteilt auf dreimalige Einnahme täglich.

 

Schlussbemerkung: es sollte dringend darauf geachtet werden, dass die Chlorella-Algen einer hochwertigen, biologischen Quelle entstammen, damit sie nicht von Hause aus mit Schwermetallen und anderen giftigen Substanzen belastet sind.

 

 

 

Quellen:

 

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25660654

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25306351

https://www.globalhealingcenter.com/natural-health/health-benefits-of-sporopollenin/

http://www.jmnf.org/medizin/morbus-crohn/chlorella

https://www.chlorella-alge.net/gegen-darm-und-leberprobleme.html

http://www.perfect-lifestyle.net/health/detox/chlorella/dosierung-und-einnahme

https://draxe.com/7-proven-chlorella-benefits-side-effects/  

https://chlorella-wissen.de/chlorella-wirkung-entgiftung/#Chlorella_Nebenwirkungen

 

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