Konjak gefällig?

Sie lesen die Überschrift und denken jetzt wahrscheinlich: „hat der Herr Ulmicher jetzt das Schreiben verlernt? Es heißt doch Cognac!“

 

Nein, die Rede ist tatsächlich von Konjak, gelegentlich auch Konjac geschrieben.

 

Und dabei handelt es sich um keinen Weinbrand, sondern um eine Substanz, die heute weitläufige Verbreitung in der Lebensmittelindustrie gefunden hat. Jetzt hat nicht nur diese, sondern auch die Gesundheitsindustrie die Eigenschaften dieser Wurzel für sich entdeckt. Es ist eine Wurzel eines Aronstabgewächses. Unter der E-Nummer 425 wird Konjak als Nahrungsmittelzusatzstoff, genauer gesagt als Binde- bzw. Geliermittel eingesetzt.

 

Konjak hat die Eigenschaft, dass es Lebensmitteln eine bestimmte cremige bzw. gelartige Konsistenz verleiht, dabei aber selbst geschmacksneutral ist. Außerdem hat es einen sehr geringen Energiegehalt. Es besteht aus „Glucomannanen“, die zu den Polysacchariden gehören - also zu den Mehrfachzuckern.

 

Konjak gefällig? Wenn alternativmedizinische Seiten naiv werden…

 

Ich habe im Rahmen meiner Recherchen zum Thema Morbus Crohn und Colitis ulcerosa einiges über dieses Zeug gelesen. Deswegen war ich ziemlich erschrocken, als neulich die bekannte „alternativmedizinisch“ angehauchte Gesundheits-Seite „Zentrum der Gesundheit“ die vorteilhaften Eigenschaften dieses Nahrungsmittelzusatzstoffs über den Klee gelobt hat. Es würde im Körper grundsätzlich „basisch“ reagieren, wunderbar satt machen und eine hervorragende Alternative zu den gängigen Kohlehydraten wie Getreide oder Knöterichgewächse (Pseudogetreide) für Menschen darstellen, die ihr Gewicht reduzieren wollen.

 

An dieser Stelle war meinerseits leider fremdschämen angesagt…

 

Hauptsächlich reagieren Konjak bzw. Glucomannan im Körper wie Ballaststoffe - mit einigen vor-, aber auch allen Nachteilen, die damit verbunden sind. Zu diesen Nachteilen zählen beispielsweise:

 

  • Darmkrämpfe
  • Aufblähung des Bauches
  • Durchfall
  • Gastrokardialer Symptomkomplex (Herzbeschwerden durch Blähungen)
  • Magenbeschwerden, Druck in der Magengegend

 

So schreibt beispielsweise das Portal „Zusatzstoffe online“: „Beim Verzehr großer Mengen kann es zu Durchfall, Bauchschmerzen und Blähungen kommen. Darüber hinaus kann E 425 die Aufnahme von wasser- und fettlöslichen Vitaminen aus der Nahrung verringern.“ (hier klicken!).

 

Nun sind „große Mengen“ bekanntermaßen individuell unterschiedlich und gerade, wenn man besonders sensibel mit dem Verdauungstrakt reagiert, können „große Mengen“ bereits bei wenigen Gramm losgehen.

 

Aus meiner Sicht: egal was über die positiven Eigenschaften dieses Zusatzstoffs bzw. Nahrungsmittels verbreitet wird: ich rate Patienten mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung vom Verzehr in jedem Fall ab!

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