Haarverlust bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, was tun?

Gelegentlich sehe ich mir auf YouTube einen „Fitnesskanal“ an. Für mich gerät allerdings die Weisheit dieser selbst ernannten „Fitnessgurus“ in dem Moment zur Lachnummer, indem sie ihr sich bedenklich lichtendes Haupthaar auf ihren Testosteronüberschuss schieben. Tatsächlich weisen heute bereits Männer von Ende 20 ausgedehnte Lücken auf - und zwar auf ihrem Kopf.

 

Dass das wohl ein kleines bisschen, aber dennoch nicht so viel mit Testosteron zu tun hat, lässt sich relativ leicht beweisen: ebenfalls auf YouTube kursieren Videos von Arnold Schwarzenegger und seinen Trainingskameraden in den jungen Jahren - also in den siebzigern des vergangenen Jahrhunderts. Sie werden auf diesen Videos keinen einzigen Mann mit Halb-, dreiviertel- oder Vollglatze finden.

 

Auch wenn junge Damen mit Morbus Crohn unter massivem Haarausfall leiden, wird das er nicht gerade mit Testosteron in Verbindung gebracht

 

Ein Großteil des Haarausfalls junger Menschen mit Morbus Crohn, seltener auch mit Colitis ulcerosa, wird mit den entzündungshemmenden Medikamenten in Verbindung gebracht. Das ist aber nur ein Teil der Wahrheit. Gerade bestimmte Mikronährstoffe werden besonders bei Morbus Crohn nicht richtig über den Darm aufgenommen bzw. gehen bei beiden Krankheiten dem Körper verloren.

 

Das betrifft zum Beispiel Eisen, Kupfer und andere Spurenelemente. Gerade die eher seltenen Spurenelemente, die der Körper wirklich nur in Spuren benötigt, finden sich in Nahrungsmitteln, die für den Patienten nicht unbedingt sehr gut verdaulich sind: in Fleisch, in Hülsenfrüchten, in Gemüse und in Salat. Das betrifft neben Kupfer und Eisen auch Elemente wie Chrom, Mangan, Molybdän, Selen, Zink und Bor, um nur die wichtigsten zu nennen. Dieses natürlich abgesehen auch von den großen Mineralstoffen Magnesium, Calcium, Kalium und Natrium.

 

Erstaunt hat mich ein Artikel aus der englischsprachigen Gesundheitsszene, der besagt, dass frühzeitiger Haarverlust vor allen Dingen bei Männern, aber auch bei Frauen ein Hinweis auf eine versteckte Insulinresistenz sein kann. Hier kommt beispielsweise der exzessive Gebrauch des Süßungsmittels Fruktose (Fruchtzucker) in Betracht. Fruchtzucker löst keine direkte Insulinausschüttung aus - oder bestenfalls eine sehr geringe. Zu große Mengen davon blockieren jedoch den Stoffwechsel der Zelle und machen es mit der Zeit schwieriger, das Insulin hier „andocken“ kann. Die langfristige Folge: der Blutzuckerspiegel steigt kontinuierlich an. Mit eine Rolle bei diesen Prozessen spielt laut Artikel auf das so genannte viszerale Fett, das als entzündungsfördernd eingestuft wird. Die Personen, die es betrifft, müssen dabei keineswegs besonders dick sein oder einen besonders großen Bauchumfang aufweisen.

 

Meine drei Tipps für Morbus-Crohn-Patienten, die unter Haarausfall leiden:

 

Erstens: nehmen Sie ein möglichst breit gefächertes Spurenelemente-Präparat ein. Achten Sie darauf, dass auch seltene Spurenelemente darin enthalten sind.

 

Zweitens: Kokosöl bzw. Kokosfett innerlich und äußerlich angewandt: innerlich stärkt ist die Darmschleimhaut und verbessert die Nährstoffaufnahme. Äußerlich optimiert es die Funktion der Haarfollikel.

 

Drittens: beschränken Sie ihre Zufuhr von Fruchtzucker auf maximal 20 g pro Tag - möglichst aus natürlichen Quellen, die Sie tolerieren. Sie können natürlich auch komplett darauf verzichten. Auf jeden Fall verzichten sollten Sie auf Fruchtzucker, der industriell verarbeiteten Nahrungsmitteln zugesetzt ist!

 

Geben Sie dem Ganzen ein bisschen Zeit. Mindestens 6-8 Wochen dauert es, bis der Haarausfall gestoppt wird und sich neues Haarwachstum einstellt! Und denken Sie daran: die "Begleiterscheinungen" der Medikamente, die Sie einnehmen, wiegen ziemlich schwer!

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