Nahrungsmittelintoleranzen, Histamin und der Hormonhaushalt bei Frauen

Ich gebe zu, dass dieses Thema eher am Rand mit Morbus Crohn bzw. Colitis ulcerosa zu tun hat. Doch vor einiger Zeit stellte sich eine junge Frau bei mir vor, die Symptome sehr ähnlich einer leichten Form einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung hatte. Bei der Anamnese hatte ich den Eindruck, dass das Problem gar nicht mal so sehr im Darm an sich liegt. Oder etwas geschickter ausgedrückt Zeichen des sich sehr deutlich eine hormonell-vegetative Rückkopplung ab.

 

Die Symptome tobten sich nicht nur im Darm aus

 

Zusätzlich zu den Darmsymptomen hatte die Dame mehrere Nahrungsmittelintoleranzen (hervorstechend waren Gluten und Histamin) und einige Allgemeinsymptome, die man eher entfernt mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung in Verbindung bringt: Depressionen, verlängerte Regelblutung, dazu eine sehr leichte Form einer Endometriose.

 

Bei diesen Symptomen stellt sich mal wieder klassischer Weise die Henne-oder Ei-Frage

 

Die Frage ist: was war zuerst da? Ihrem Alter nach war die Patientin sicherlich noch eine ganze Weile entfernt von den Wechseljahren. Es stellt sich an dieser Stelle immer wieder die Frage. Zumal Frauen in Selbsthilfeforen über ähnliche Probleme berichten und die Henne-oder Ei-Frage aufgrund von Untersuchungen des Hormonspiegels und Überprüfung einer eventuellen Histaminintoleranz oft ungeklärt bleiben.

 

Leider kommt bei solchen Untersuchungen - wie so oft - meist folgendes heraus: „alles in Ordnung, Ihre Beschwerden sind wahrscheinlich psychosomatischer Natur!“

 

Im Falle der Patientin bekam ich einen Hinweis der Natur: neben der Therapie von Leber und Darm verabreichte ich ein homöopathisches Komplexmittelpräparat, das den weiblichen Hormonhaushalt reorganisiert. Die Folge war, dass die seit Jahren bestehenden chronischen Durchfälle stoppten. Auf eigene Initiative hin nahm die Dame schließlich eine Progesteroncreme. Und: es gibt erfreuliches zu berichten. Mit der Histaminintoleranz geht es aufwärts!

 

Zwar sind die Symptome noch nicht komplett verschwunden (das wäre nach einer Behandlung auch nicht zu erwarten), aber offensichtlich hat sich der Weg, über die hormonelle Sphäre zu gehen, hier als sehr positiv herausgestellt.

 

Renommierte Umweltmediziner wie zum Beispiel Dr. Klaus-Dietrich Runow sind der Auffassung, dass der Darm bei den Beschwerden an erster Stelle steht. Ich widerspreche ihm nicht. Sicher beginnt es im Darm mit subtilen Verdauungsstörungen, die auf einem schlechten Enzymhaushalt, einer ungünstigen Zusammensetzung der Darmflora und einer gestörten Kommunikation mit dem darmassoziierten Immunsystem beruhen. Die zu erwartenden Ergebnisse sind Leaky-Gut-Syndrom sowie Reizdarm. Auf dieser Basis kommt es zu einer unvollständigen Verwertung von Mikronährstoffen. Der gesuchte Kandidat ist in diesem Fall - neben einigen Mineralstoffen und Spurenelementen – Vitamin B6.

 

Aber dennoch denke ich, dass man solche Beschwerden über eine Therapie, die das Hormonsystem harmonisiert, lindern kann. Der Darm wird sozusagen über das Hormonsystem rückgekoppelt: wenn die Darmbeschwerden sich verbessern, werden die benötigten Nährstoffe besser aus der Nahrung aufgenommen, was wiederum zu einem harmonischeren Hormonhaushalt führt. Der Kreis schließt sich sozusagen rückwärts.

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