Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Reizdarm, Magenprobleme ...und Durstlosigkeit

Ich weiß nicht ob Sie diese Situation kennen. Ich kenne sie - zwar nicht unbedingt immer im Zusammenhang mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, sondern eigentlich mehr im Zusammenhang mit einem allgemeinen Unwohlsein im Magen-Darm-Trakt. Es klingt merkwürdig, aber man hat einfach keinen Durst. Oder ein bisschen anders ausgedrückt fühlt man sich unwohl, sobald man etwas trinkt.

 

Es braucht keine chronisch-entzündliche Darmerkrankung, um diesen Zustand zu erfahren. Ein Reizdarmsyndrom oder einfach nur eine gewisse Sensibilität des Verdauungstrakts ist vollkommen ausreichend.

 

Für diese Personen ist es auch nicht weiter schlimm, wenn Sie mal einen Tag etwas weniger trinken oder erst trinken, wenn sie Durst haben. Bei einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung kann sich das allerdings zu einem Problem auswachsen. Durchfall, Mineralstoffverlust, Flüssigkeitsverlust werden zu Gefahr, wenn man zu wenig trinkt.

 

Um dennoch ausreichend Flüssigkeit zu bekommen, empfehle ich drei Strategien:

 

Die erste Strategie - eigentlich selbstverständlich: machen Sie auf jeden Fall einen großen Bogen um Getränke, die Kohlensäure enthalten. Dieses Gefühl von Wasser im Bauch bei einem verkrampften Magen ist an sich schon schlimm genug. Durch das zusätzliche Kohlendioxid wird es allerdings fünfmal so stark empfunden.

 

Die zweite Strategie: kleine Mengen in kleinen Schlucken trinken. Und vor allen Dingen etwa alle halbe Stunde etwas trinken. Das muss keine große Menge sein, etwa 100 ml genügen vollkommen. Sie dürfen nach dem Trinken kein Gefühl von Völle und Gereiztheit empfinden.

 

Die dritte Strategie: sorgen Sie für die richtige Temperatur. Wenn das Wasser etwa körperwarm ist, wird es beim Trinken am angenehmsten empfunden. Kaltes Wasser, aber auch heiße Getränke können für Unbehagen sorgen. Ich für mich habe die Erfahrung gemacht, dass es mir leichter fällt, einen warmen Tee zu trinken, wenn ich dieses Unwohlsein wie bei einem Reizdarm oder Reizmagen habe.

 

Kann eine Hyponatriämie der Auslöser für diese merkwürdigen Symptome sein?

 

Ich muss zugeben: ich habe eine Weile darüber nachgedacht. Hyponatriämie (eine zu geringe Menge an Kochsalz in der Körperflüssigkeit) kann durch Durchfall, aber auch durch Fisteln bei Morbus Crohn ausgelöst werden. Eine gewisse Übelkeit ist eines der ersten Symptome, die beim Kochsalzverlust auftreten. Ich halte es allerdings für wesentlich wahrscheinlicher, dass dieses unangenehme Völlegefühl nach dem Trinken aufgrund von vegetativen Störungen auftritt. Dennoch kann ich es nicht ausschließen, dass dieses merkwürdige Gefühl der Durstlosigkeit oder dieser Abneigung gegen das Trinken auch mit einem Mineralstoff-Ungleichgewicht zu tun haben könnte - das sich ja auch auf das autonome Nervensystem auswirkt (Stichwort: Natrium-Kalium-Pumpe).

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