"It's all in the hips?" - Verspannungen "unterhalb der Gürtellinie" bei Morbus Crohn - Colitis ulcerosa

So eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung ist eine traumatisierende Erfahrung. Vor allen Dingen dann, wenn man es mehr als einmal erlebt hat, in der absolut unpassendsten Situation den Stuhlgang nicht halten zu können. Ich denke, den meisten Crohn- bzw. Colitis-Patienten ist es irgendwann schon einmal so gegangen. Mir ist es jedenfalls schon so gegangen. So etwas lässt einen auch nicht mehr los - im wahrsten Sinne des Wortes.

 

Ich musste irgendwann bei mir selbst feststellen, dass sich das „Arschbacken zusammenkneifen“ (bitte verzeihen Sie den Ausdruck, aber besser und drastischer kann man es glaube ich kaum umschreiben) irgendwann verselbstständigt hat und zum Automatismus geworden ist. Dass das natürlich nicht ohne Konsequenzen bleibt, dürfte jedem klar sein.

 

Verspannungen im Bereich der Hüfte und des Beckens wirken sich auf den gesamten Unterkörper aus - und haben eine interessante Analogie in der Psychosomatik

 

Die daraus oft resultierende, chronisch werdende Verspannung im Becken bzw. im Hüftbereich wirkt sich auf den gesamten Unterkörper aus. Bei mir standen die Beine kontinuierlich unter einer gewissen Spannung. Dass der untere Rücken in dieser Situation genauso leidet, ist verständlich.

 

Dieses ständige „Festhalten“ finden wir übrigens auch in einer gewissen Bedeutung auf der psychosomatischen Ebene wieder: „die Arschbacken zusammenkneifen“ ist im übertragenen Sinne ein Ausdruck für: „da muss ich durch.“ Eine Situation, die als bedrohlich oder unangenehm empfunden wird oder im geschäftlichen Sinne: eine Durststrecke. Hier gibt es auch wieder eine sehr schöne Analogie, nämlich die vom Geldscheißer.

 

Wenn die Angst, etwas verlieren zu können (Stuhlgang im konkreten bzw. Geld in unserem übertragenen Sinne bezogen auf die psychosomatische Ebene) sich verselbstständigt, ist die „Basis unseres Lebens“, also alles ab Becken abwärts, chronisch verspannt.

 

Ich möchte das mit der Psychosomatik nicht allzu weit vertiefen, soll auch nur ein Beispiel sein. Wichtig ist vor allen Dingen: kann man eine chronische, selbstständig gewordene Verspannung unterhalb der Gürtellinie behandeln?

 

Man kann!

 

Mir selbst haben zwei Dinge sehr gut geholfen. Erstens: Fahrradfahren bis zur Erschöpfung. Mit 40 oder 50 km über Berg und Tal muss die Beckenregion irgendwann diese Spannung loslassen. Für mich war das eine sehr erholsame und entspannende Erfahrung, als ich mir vorletztes Jahr im Sommer ein teures Fahrrad geleistet hab und in der warmen Jahreszeit so viel wie möglich damit fahre.


Mir ist klar, dass die meisten meiner Leser mit einer mehr oder weniger ausgeprägten Entzündung so etwas nicht tun können. Daher verweise ich auf meine zweite Maßnahme, die für jeden ohne Risiken durchführbar ist (Schüsslers Biochemiepräparate gibt's übrigens auch lactosefrei!)

 

Diese zweite Sache, die mir sehr geholfen hat, war die langfristige Anwendung von Schüsslersalz Nr. 5 Kalium phosphoricum. Als mir das Problem mit der ständigen übertriebenen Spannung in Becken und Hüfte klar wurde, habe ich zunächst an eine Übersäuerung gedacht und die Schüsslersalze Nummer 10 (Natrium sulfuricum) und 11 (Silicea) angewandt - erfolglos, wie sich dann herausgestellt hat. Dann erinnerte ich mich daran, dass Nervenzellen Kalium brauchen, um aus einem Zustand der Reizung zurück in den Ruhezustand zu finden. Daraufhin nahm ich das „Nervensalz“ Kalium phosphoricum aus der Schüssler’schen Biochemie ein. Schon nach einigen Tagen bemerkte ich, dass die Spannung im Becken nachließ.


Übrigens: Kalium phosphoricum (die Nr. 5) half mir bei langfristigen, statischen und sich wenig verändernden Verspannungen. Wenn diese bei jemandem plötzlich kommen und gehen und außerdem gerne die Stelle wechseln, ist Magnesium phosphoricum das Mittel der Wahl (die Nr. 7 der Schüsslersalze!)


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