Morbus Crohn - Colitis ulcerosa: Erfahrungen - die häufigsten Nebenwirkungen von Remicade und Humira

Mittlerweile habe ich genug Daten gesammelt um einen Report darüber geben zu können, welche Nebenwirkungen die Medikamente der neuesten Generation verursachen können.

 

Mittlerweile Standard-Medikamente bei chronisch-entzündliche Darmerkrankungen: Remicade und Humira

 

Ich habe schon öfter darüber berichtet im Rahmen dieses Blogs, dass die in 2007 vorgestellten Biologika Remicade und Humira ursprünglich als so genannte „Last-Resort-Medikamente“ gedacht waren, also nur in schlimmen und ansonsten therapieresistenten Fällen eingesetzt werden sollten. Bei einer Patientin, die ich vor Kurzem betreute, stellte der therapierende Arzt eine Therapie mit Humira in Aussicht. Bei grob zusammengefasst folgenden Symptomen: durchschnittlich ein Stuhlgang pro Tag oder weniger (Neigung zu Verstopfung), starken Blähungen und verschiedenen Nahrungsmittelunverträglichkeiten, die sich ausschließlich am Verdauungstrakt bemerkbar machen. Dazu kommt eine leichte Verengung im Bereich des letzten Dünndarmabschnitts.

 

Das ist nicht gerade das, was ich als einen schweren, therapieresistenten bzw. „hoffnungslosen“ Fall bezeichnen würde.

 

Kurzum, Biologika werden bedenkenlos bereits bei leichteren bis mittleren Verläufen eingesetzt.

 

Angesichts meiner folgenden Erkenntnisse sollte man über diese Entscheidung doch nochmal nachdenken…

 

Erstens: wie hoch ist die Rate der Wirksamkeit, also des positiven Ansprechens auf die Medikamente? Nach meiner Erfahrung - und dabei werde ich durch Ärztezeitschriften und verschiedene wissenschaftliche Artikel bestätigt - liegt die bei etwa 30 %. Dazu kommen weitere gut 30 %, bei denen die neuen Medikamente nichts bewirken. Sie machen weder einen positiven noch einen negativen Effekt. Beim Rest der Patienten, die entweder Remicade oder Humira injiziert bekamen, stellten sich zu über 90% die folgenden Nebenwirkungen ein:

 

Ein „Dopamin-Dysregulations-Syndrom“

 

Das habe ich mittlerweile bei einigen Patienten beobachtet: binnen kurzer Zeit nach der Injektion bzw. Infusion stellen sich eine Eingenommenheit des Kopfes, starke Konzentrationsschwäche, Müdigkeit, Mattigkeit, Erschöpfung, eine depressive Verstimmung und ein extrem hohes Schlafbedürfnis ein. Dieses Phänomen ist in der Wissenschaft unter dem Namen Dopamin-Dysregulations-Syndrom bekannt.

 

Ausbildung von Antikörpern:

 

hier kommt es auch zunächst zu Kopfschmerzen, dabei aber noch zu anderen Symptomen: Hautausschlag, Trockenheit des Mundes oder starker Speichelfluss, ziehende oder krampfhafte Schmerzen im Bereich des Unterbauchs bzw. des Urogenitaltrakts. Es kann auch zu verschiedenen Erscheinungen von Herz, Kreislauf und Atemwegen kommen: Kurzatmigkeit, Atemnot, Asthma-ähnliche Erscheinungen, hohe Herzfrequenz, Herzrhythmusstörungen und dazu Schweißausbrüchen. Üblicherweise werden diese Symptome mit wiederholten Anwendungen stärker.

 

Meine bescheidene Meinung als Heilpraktiker dazu ist: wenn Medikamente ursprünglich als „Last-Resort-Medikamente“ ausgewiesen sind, dann sollte man es auch dabei belassen. Der Grundsatz der „Verhältnismäßigkeit der Mittel“ ist meinem Erachten nach ein Stiefkind der Medizin. Oder, wie man etwas volkstümlicher ausdrückt: „oft wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen!“

 

Auch wenn die Symptome auch bei leichtem bis mittlerem Verlauf für die betroffene Person sehr unangenehm sind, sollten nicht vergessen, dass es sich bei den „Biologika“ um eine Art Chemotherapie für das Immunsystem handelt - also etwas, was man gemeinhin macht, wenn es wirklich brenzlig wird!

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Kommentare: 1
  • #1

    Temme (Sonntag, 29 Oktober 2017 13:49)

    Nehme seid 2 Jahre Humira .Im Juni hat man Humira. Umgestellt. Seid dem geht es mir schlecht. Habe Hitze schübe .und es ist mir schlecht.