Mit Schüssler-Salzen über das autonome Nervensystem Darmsymptome günstig beeinflussen?!

Schüssler-Salze gehören zu den umstrittenen Therapien in der Naturheilkunde. Vielleicht werden Sie schon einmal auf einer Naturheilkunde-Seite im Internet auf „Indikationen“ von Schüssler-Salzen gestoßen sein. Ich halte das ehrlich gesagt für gewagt. Sicherlich hat der Hinweis Dr. Schüsslers selbst, dass jedes Salz auf ein bestimmtes Gewebe im Körper einwirkt und dort funktionale Fehler durch Mangel korrigiert, eher seine Berechtigung.

 

Ganz gut merkt man das insgesamt am autonomen Nervensystem

 

Schüssler selbst hat gesagt, dass seine Therapie eine „Substitutionstherapie“ ist. Kleine Mengen seiner Mineralsalze seien besser Bioverfügbar als die in der Nahrungsergänzung üblichen Dosierungen. Dabei hat seine Therapie allerdings nichts mit der Homöopathie zu tun. Die Therapie mit diesen Salzen benötigt Zeit: mindestens sind drei Monate bis ein halbes Jahr zu veranschlagen, bis sich ein ernsthafter Effekt einstellt. Am schnellsten bemerkbar diese Effekte allerdings, wenn es um das vegetative Nervensystem geht.

 

Auch wenn das vegetative Nervensystem nicht ursächlich an chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen beteiligt ist, kann eine Stärkung und Entspannung des vegetativen Nervensystems zu einer Verbesserung der Darmsymptome führen.

 

Dabei ist es nicht nur, wie häufig gedacht, die „Psyche“ - sondern auch die anlagebedingte bzw. organische Seite des vegetativen Nervensystems. Manche Menschen neigen leichter zu Reizungen und damit auch zu Darmstörungen. Die Erfahrung lehrt, dass dies ganz besonders auf hoch aufgeschossene und sehr schlanke Menschen zutrifft. Gerade hier haben die Phosphorsalze einen günstigen Einfluss

 

Calcium phosphoricum…

 

…beispielsweise wirkt nicht so sehr über die Psyche, hat aber einige Wirkungen über das autonome Nervensystem: Menschen, die dieses Mineralsalz benötigen, sind groß, schlank, neigen zu innerer Unruhe und hier insbesondere des Verdauungstrakts. Gerade Früchte und Rohkost werden von solchen Personen nicht sehr gut vertragen. Im indischen Ayurveda entspricht das dem „Vata“-Typus. Das Thema dieses Salzes in Bezug auf chronisch-entzündliche Darmerkrankungen ist:Reizung durch Nahrungsmittel oderUnverträglichkeit von Nahrungsmitteln.

 

Kalium phosphoricum

 

… Hat teilweise organische, teilweise psychische Wirkungen. Das Thema hinter diesem Salz ist: „Entspannung ist nicht möglich“. Im organischen Bereich zeigt sich das darin, dass Kalium biochemisch gesehen eine Rolle spielt bei der Entspannung von Nervenzellen. Liegt ein Mangel an diesem Salz vor, kann die Nervenzellen nicht wieder in den Ruhezustand zurückkehren. Bei diesem Typ ist nicht nur die Körpermuskulatur chronisch und hartnäckig verspannt, auch die glatten Muskeln der Eingeweide stehen unter einer Spannung und können nicht in die Ruheposition zurückkehren. Das ist schlecht für die Eigenbewegung des Darms. Der Betroffene merkt dies an einem permanenten Spannungsgefühl im Bauch bzw. an hartnäckig fest sitzenden Blähungen und eventuell sogar Koliken.

 

Magnesium phosphoricum…

 

…ist das Mittel der plötzlichen Krämpfe. Hier treten Spannung und Krampf plötzlich auf und wechseln zudem ständig den Ort. Auf den Darm übertragen wären das Krämpfe, die plötzlich wie eine Attacke kommen und zum Zusammenkrümmen zwingen (in der Homöopathie: Colocynthis). Überraschenderweise hat dieses Mittel auch das Thema Süchte, zum Beispiel nach Süßem.

 

Dieses Mittel ist als Akutmittel in jeder „verkrampften“ Situation gut geeignet, vorausgesetzt, die Beschwerden kommen und gehen plötzlich. Damit dieNeigung zu plötzlichen Krämpfen allerdings verringert wird, muss auch dieses Mittel länger eingesetzt werden.

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