Wie man effektiv Vitamin B12-Mangel beheben kann

Eine auf dem Portal für medizinische Studien „Pubmed“ abgelegte Studie zeigt, dass rund 18 % aller Morbus-Crohn-Patienten an klinisch relevantem Vitamin B12-Mangel leiden. Im Gegensatz hierzu betrifft der Mangel mit klinischen Symptomen nur rund 5 % aller Colitis-ulcerosa-Patienten. Da es sich hierbei um eine medizinische Studie handelt, gehe ich davon aus, dass diese Zahlen, sagen wir, im konservativen Bereich angesiedelt sind.

 

Von einem latenten Vitamin B12-Mangel muss man allerdings bei rund der Hälfte aller Morbus Crohn-Patienten ausgehen. Wie kann man diesen Mangel behandeln?

 

Ich habe bereits einiges geschrieben über die Stärkung des Magens. Diesmal soll es um Nahrungsergänzung gehen. Schließlich liegt es nicht nur am Magen, dass Morbus Crohn-Patienten bei Ihrer Vitamin B12-Versorgung deutlich schlechter dastehen als der Durchschnitt der gesamten Bevölkerung. Gerade die Entzündung im letzten Dünndarmabschnitt verhindert die effektive Aufnahme von Vitamin B12. die Frage aller Fragen zu optimalen Versorgung mit diesem Vitamin dreht sich um seine Form.

 

Vitamin B12: Cyanocobalamin, Hydroxycobalamin oder Methylcobalamin? - das ist hier die Frage

 

Als „Goldstandard“ der Nahrungsergänzung mit Vitamin B12 galt lange Zeit das Cyanocobalamin. Es hat jedoch gegenüber den beiden anderen einige Nachteile:

 

Es ist an ein Protein gebunden und muss im Magen aus dieser Bindung gelöst werden. Gleichzeitig muss ausreichend intrinsic-Faktor vorhanden sein, um das Vitamin für den Körper verfügbar zu machen.

 

Bei seiner Aktivierung für den Stoffwechsel wird S-Adenosylmethionin verbraucht. Diese wichtige Vorstufe einer Aminosäure koordiniert unter anderem den Leberstoffwechsel, ist wichtig für die Gesundheit der Blutgefäße und für die hormonelle Gesundheit.

 

Eine Stufe besser: Hydroxycobalamin

 

Bei Hydroxycobalamin handelt es sich um eine weitere, inaktive Variante von Vitamin B12. Sie hat aber eine stärkere Affinität zu Plasmaprotein, wird leichter aufgenommen und hat eine längere „Halbwertszeit“, d.h. sie ist länger biologisch aktiv. Außerdem hat diese Variante den Vorteil, dass sie bei der Entgiftung von Cyanid (Blausäure-Verbindungen) eingesetzt werden kann. In der Praxis geht es allerdings noch einmal besser…

 

Am effektivsten bei Verdauungsproblemen aller Art: Methylcobalamin

 

Methylcobalamin ist die biologisch aktive Variante von Vitamin B12. es muss nicht umgewandelt bzw. aktiviert werden sondern steht dem Körper gleich zur Verfügung. Außerdem verwandelt es das gefährliche Homocystein in die Aminosäure Methionin um und sorgt so Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor. Es wird auch vom Körper aufgenommen, wenn der intrinsic-Faktor fehlt.

 

Es gibt eigentlich nur zwei Einschränkungen für die Anwendung von Methylcobalamin: erstens, da es organisch und sofort bioverfügbar ist, sollte es bei Schwermetallvergiftungen nicht eingesetzt werden. Zweitens: Präparate zum Lutschen bzw. Kauen sind deswegen mit Vorsicht zu genießen, da sie oft künstliche Süßstoffe und sonstige Zusatzstoffe enthalten. Das Beste in diesem Fall ist die normale Tablette zum Schlucken!

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