Morbus Crohn: interessanter Artikel in der Ärztezeitung

Auch das muss in einem Blog mal erwähnt werden: dann und wann taucht ein Artikel auf, wo man als Leser etwas mehr Wahrheit erfährt, als man bei den meisten Gastroenterologen gesagt bekommt. So auch bei diesem Artikel hier.

 

Die erste Stelle, die einen erstaunen lässt, kommt bereits im zweiten Absatz. Dort heißt es: „Bei 43 Prozent der Patienten nimmt die Ausprägung der Symptome innerhalb weniger Jahre rasch ab, die Krankheit ist nach spätestens zehn Jahren nahezu verschwunden.“

 

Bei fast der Hälfte aller Patienten verschwindet die Krankheit fast wieder?

 

Wenn man sonstige Veröffentlichungen über Morbus Crohn liest, bekommt man ja bekanntlich wenig Hoffnung gemacht. In der wie es so schön heißt „wissenschaftlichen Medizin“ wird für Krankheiten wie Morbus Crohn ja gerne das Wort unheilbar bemüht. Wenn eine Studie aber feststellt, dass bei der Hälfte aller Patienten die Krankheit nach zehn Jahren „nahezu verschwindet“ (warum eigentlich nicht komplett verschwindet?), Dann heilt sie doch eigentlich von alleine ab, oder?

 

Bei mir macht sich der Morbus Crohn jetzt seit nunmehr 17 Jahren nicht mehr bemerkbar, nachdem ich ihn vorher etwa zehn Jahre lang „hatte“. Ist die Krankheit bei mir jetzt „fast“ verschwunden oder ist sie „komplett“ verschwunden? Wie macht sich denn eine „fast“ verschwundene Crohn-Krankheit bemerkbar? Nur noch ein kleines bisschen Crohn?

 

Im Rahmen des guten Geschmacks könnte das bedeuten: wenn jemand alle acht Wochen mal einen breiigen Stuhlgang hat anstatt festen Stuhl, dann ist der Morbus Crohn fast weg.

 

Aber - hätten wir dann nicht mehr oder weniger alle ein „kleines bisschen Morbus Crohn“?

 

Noch so eine interessante Stelle: die Therapie mit den modernsten Medikamenten, welche die Medizin zu bieten hat, ist „unbefriedigend“

 

Zitiert aus dem Artikel: „Auf eine Therapie mit anti-TNFalpha-Antikörpern sprächen allerdings nur bei 50 Prozent der Patienten an, so Schreiber, lediglich bei einem Drittel der Patienten würde eine dauerhafte Remission erreicht. Auch ein früher Einsatz von Azathioprin sei im Vergleich zu Placebo nicht mit wesentlichen Vorteilen verbunden.“

 

Das würde ja bedeuten, dass selbst die neuesten Medikamente nicht gerade ein vorzeige-Ergebnis erzielen! Wäre es dann nicht eine gute Strategie, einfach abzuwarten, bis sich „der Morbus Crohn von selbst legt“? (Ausnahmen sind natürlich Komplikationen!)

 

Ehrlich gesagt, ich musste schmunzeln über diesen Artikel. Leider gibt es etwas, das einen Crohn-Veteranen wie mich etwas weniger schmunzeln lässt: denn ungeachtet dieses Artikels werden weiterhin hunderte Gastroenterologen ihren Patienten erzählen, dass die Krankheit unheilbar ist und dass ihre Zukunftsaussichten ziemlich deprimierend sind.

 

Da zählen positive Beispiele umso mehr!

 

Da hat mich umso mehr das Beispiel eines zu Beginn der Therapie ziemlich verängstigten jungen Mannes gefreut, der sich in der Zeit vor Beginn unserer Therapie durch starke Schübe, die auf keinerlei Medikamente ansprachen, gequält hat. Bereits die Spiegelung rund sechs Wochen nach Beginn der Therapie zeigte ein erfreuliches Ergebnis: es war nur noch eine einzige, wenige Millimeter große Läsion im gesamten vormals entzündeten Darmabschnitt zu erkennen. Was ich aber mindestens genauso erfreulich fand wie den Anblick der rosigen und glatten Darmschleimhaut, war das Resümee des behandelnden Gastroenterologen:

 

„Angesichts der Ergebnisse der Spiegelung sowie der Histologie ist das Rezidivrisiko als sehr gering zu bewerten und liegt bei weniger als 20 % in fünf Jahren!“

 

Ich finde positive Bewertungen des Krankheitsverlaufs wie diese gerade bei der Angst und Unsicherheit, die häufig bezüglich Morbus Crohn geschürt wird, vor allen Dingen bei jungen und verunsicherten Patienten sehr wichtig - übrigens auch für den weiteren Krankheitsverlauf!

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