Das homöopathische Arzneimittelporträt: Colchicum autumnale (Herbstzeitlose)

Wenn ich meine gesammelten Erfahrungen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen Revue passieren lasse, fällt mir tendenziell auf, dass im Herbst eher weniger Schübe auftreten als im Sommer, Frühjahr oder Winter. Für einen „Herbst-Schub“ kommt - bei entsprechender charakteristischer Situation der Symptome - die Herbstzeitlose in homöopathischer Potenz infrage.

 

Vergiftungen durch Herbstzeitlose: ernste Symptome

 

Charakteristische Symptome, die eine homöopathische Anwendung von Colchicum nahe legen, sind:

 

  • Blutig-schleimige Durchfälle, die aussehen wie Darmschabsel und nahe legen, dass sich die Schleimhaut abschält und mit den Stuhlgängen abgeht.

 

  • Immer weiter schwindende Kräfte, bei allerdings vollem Bewusstsein, die es unmöglich machen, aufzustehen. Bei entsprechend schweren Symptomen einer Vergiftung tritt sogar der Tod bei vollem Bewusstsein ein.

 

  • Die Schleimhautaffektionen können grundsätzlich den gesamten Verdauungstrakt betreffen und treten auch bei schweren Magengeschwüren und Magenkrebs ein.

 

  • Es besteht ein Ekel bzw. ein Widerwille beim Anblick, Geruch und Genuss gekochter Speisen.

 

Schmerzzustände und Überempfindlichkeit

 

Schmerzende Muskeln und Sehnen, auch Gelenke, die sehr berührungsempfindlich sind und deren Beschwerden sich zur Nachtzeit und am frühen Morgen steigern. Auch der Rücken und die Brust können extrem schmerzempfindlich sein. Es kann nahezu unerträglich sein, sie zu berühren. Dabei liegt eine hochgradige Schwäche vor, die es im Extremfall schwer macht, auch nur zu sprechen.

 

Bei den durchfälligen Stühlen besteht der Eindruck, dass sich große Stücke der Darmschleimhaut mit ablösen. Es kann zu großen Schleimabgängen kommen, aber auch zu blutigen Stühlen. Die Augen liegen tief in den Höhlen und die Unterlider sind häufig bräunlich verfärbt.

 

Psychisch betrachtet finden sich Reizbarkeit, Unruhe, Melancholie und Depression. Bei Patienten, die auf Colchicum ansprachen, wurden täglich sage und schreibe bis zu 75 schleimig-blutig Stuhlgänge beobachtet. Obwohl die Hauptwirkung der Vergiftung mit Herbstzeitlose sich überwiegend auf den Magen und den Dünndarm bezieht, kann das Mittel auch bei entsprechenden Symptomen der Colitis ulcerosa gut ansprechen.

 

Ende September und Oktober ist die Blütezeit der Herbstzeitlose. Sie sehen Krokussen sehr ähnlich und fallen auf dem Feld und auf der Wiese im Herbst sehr schön ins Auge.

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