Wieso Antibiotika den Beginn einer Autoimmunkarriere markieren können!

Bei der Anamnese einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung höre ich in der Praxis öfter folgendes: „die Allergien haben mit einer Antibiotika-Einnahme wegen eines Infekts begonnen!“ An dieser Stelle frage ich schon beinahe routinemäßig: „haben sich die Allergien wirklich erst danach eingestellt?“ Dies ist nämlich für die weitere Anamnese sehr wichtig.

 

Lösen die Antibiotika die Allergien aus?

 

Wenn man ein Antibiotikum einnimmt, werden damit Bakterien bekämpft. Dem Ziel der ärztlichen Verordnung nach soll natürlich schlechte Bakterien bekämpft werden, die eine Infektion verursacht haben. Allerdings wählen Antibiotika nicht so genau aus. Sie bekämpfen auch Bakterien, die für den Körper nützlich sind. Die zum Beispiel die Schleimhautbarriere des Darms stärken.

 

Fallen diese Bakterien weg, weil sie aufgrund einer Antibiotikatherapie sterben, ist die Schleimhaut geschwächt. Körperfremde Stoffe können leichter ins lymphatische System eintreten und lösen dort eine Abwehrreaktion aus. Wird die Schleimhautbarriere - aus welchen Gründen auch immer - danach noch weiter geschwächt, können durchaus weitere Allergien hinzutreten.

 

Wieso Allergiker eher gefährdet sind, am Darm eine Entzündung zu entwickeln

 

Mit einer Allergie stellt sich ein neues, aber ungesundes Gleichgewicht ein, das über Jahre vorhalten kann. Neben Stoffen, die tatsächlich für den Körper schädlich sind, werden auch solche abgewehrt, die eigentlich keinen Schaden anrichten, aber vom Körper als schädlich erkannt werden. Dies ist die weniger schöne Seite des Immungedächtnisses bzw. des spezifischen Abwehrsystems.

 

Wird nun aus irgendeinem Grund die Schleimhautbarriere weiter geschwächt, treten körperspezifische Allergene verstärkt ins lymphatische System ein. Der Organismus weiß sich nicht mehr anders zu helfen und „greift“ zu einer flächendeckenden Entzündung als Abwehrmechanismus. Es ist klar, dass sich mit einer oder mehreren Allergien als Ausgangspunkt eine chronische Darmentzündung leichter einstellt als ohne diesen Background.

 

Im günstigsten Falle hilft man Darm und Leber gleich nach der Antibiotika-Therapie

 

In der Praxis kommt so gut wie nie vor. Doch man sollte nach einer notwendigen Therapie mit Antibiotika nicht nur gute, lebende Mikroorganismen in den Darm bringen, sondern auch die Leberentgiftung anregen, damit Antibiotika schneller abgebaut werden. Dies kann zum Beispiel erreicht werden durch Bitterstoffpräparate oder auch grüne Smoothies, in schwierigen Fällen durch homöopathische Einzel-und Komplexmittel.

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