Morbus Crohn-Colitis ulcerosa: Anämie ist nicht gleich Anämie!

Darmpatienten, vor allen Dingen Darmpatientinnen werden blass bei einem Blick auf den Hämoglobinwert der letzten Blutuntersuchung. Liegt der Wert unter 10, kommt Panik auf und der Gedanke: „ich brauche mehr Eisen!“ - Aber durch eigene leidvolle Erfahrungen mit Eisen zu meiner Morbus-Crohn-Zeit kann ich berichten, dass die Einnahme von Eisen als Nahrungsergänzung eher zu verstärktem Durchfall als zu Erfolg führt. Selbst die Behandlung beim Arzt mit entsprechenden Spritzen bzw. Infusionen bessert die Situation nur verhalten und vor allen Dingen scheint sie keinerlei Auswirkungen auf den so genannten Ferritin-Wert zu haben, der so etwas wie ein Indikator für den Eisenspeicher des Körpers ist.

 

Eventuell hat die Anämie gar nichts mit Eisenmangel zu tun?

 

Das entschließt sich nämlich erst bei einem Blick auf das so genannte Differenzialblutbild. Da gibt es seltsame, kryptische Buchstabenkürzel wie MCV, MCH, MCHC, die im Übrigen allesamt den englischen entstammen und etwas aussagen über die Größe der einzelnen roten Blutkörperchen, ihren Gesamtgehalt an Hämoglobin sowie über das Verhältnis von Hämoglobin zur Größe der Zellen. Für meine Leser, die des englischen mächtig sind:

 

MCV = Mean corpuscular volume, also die Zellgröße. Der Referenzwert liegt zwischen aberwitzigen 85-101 x 10-15 Litern. Man nennt das auch „Femtoliter“. Ausgeschrieben wäre das dann: 0,000000000085 ml bis 0,000000000101 ml. Der Witz bei dieser Maßeinheit ist: sowohl bei zu großen, als auch bei normalen und auch bei zu kleinen roten Blutkörperchen kann eine Anämie, also eine Blutarmut bestehen. Nur sind die Gründe für die Anämie unterschiedlich.

 

Ist der Wert höher als 101 Femtoliter, liegt eher ein Mangel an Vitamin B12 oder Folsäure vor, außerdem kann es sein, dass zu wenig Magensäure vorhanden ist. Auch bei einer hartnäckigen Entzündung des letzten Dünndarmabschnitts, wie sie bei Morbus Crohn vorkommt, kann der Wert höher sein.

 

Ist der Wert kleiner als 85 Femtoliter, ist tatsächlich das mangelnde Eisen das Problem, eventuell auch Vitamin B6. Niereninsuffizienz, chronische Entzündungsprozesse im Körper und Zuckermangel an dem Spurenelement Kupfer sind weitere Ursachen für eine Anämie mit zu kleinen roten Blutkörperchen.

 

Auch bei normalgroßen roten Blutkörperchen kann Anämie bestehen. Hier sind die hauptsächlichsten Probleme hoher Blutverlust sowie Leber-und Nierenerkrankungen.

 

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(Dieser Blogeintrag wird fortgesetzt)

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