Morbus Crohn - Colitis ulcerosa: die Ernährungssünde, die der Körper nur selten verzeiht!

Viele Patienten mit einer chronisch-entzündliche Darmerkrankung haben Probleme mit Zucker. Eine Zuckerorgie, und der Darm hat viele Tage daran zu kauen - im wahrsten Sinne des Wortes! Eventuell gibt es sogar einen Schub. Doch allein durch Zucker ist das eher nicht der Fall. Die meisten Patienten, die Zuckeressen, fühlen sich 2-3 Tage schlecht und erholen sich dann langsam wieder. Manch anderer Patient muss über einen ganzen Zeitraum immer wieder Zucker essen, damit er sich schlechter fühlt. Das ist bei Zucker relativ unterschiedlich. Ähnlich ist es bei Milchprodukten, ähnlich ist es bei einer Minderheit (nach meinem derzeitigen Kenntnisstand geschätzt ungefähr ein Drittel) mit Gluten, dem Eiweiß, das im Getreide vorkommt.

 

Doch diese Ernährungssünde verzeiht der Körper nur in den seltensten Fällen!

 

Eigentlich ist es nicht direkt eine Ernährungssünde. Vielmehr ist es eine Trinksünde. Es geht nämlich um Alkohol. Nach meiner bisherigen Beobachtung reagieren quasi 100 % - mit ganz, ganz wenigen Ausnahmen - mit dem Darm sofort sehr negativ auf Alkohol. Noch schlechter: ungefähr die Hälfte handelt sich nach einem Besorgnis einen veritablen Schub ein! Der ohne die entzündungshemmenden Hilfen aus der Schulmedizin auch kaum oder gar nicht unter Kontrolle zu bringen ist!

 

Woran liegt es denn?

 

Mein Tipp geht zum autonomen Nervensystem. Chronisch Kranke sind vegetativ sowieso schon erschöpft, mit Alkohol wird es noch schlimmer. Auf der einen Seite wird die Leber mit dem Abbau des Alkohols belastet, diese Energie fehlt natürlich der Entgiftung. Auf der anderen Seite reagiert das Immunsystem noch einmal planloser und unkoordinierter als von vornherein unter der chronisch-entzündlichen Darmerkrankung. Auch der Enzymhaushalt gerät durcheinander, da die Bauchspeicheldrüse belastet wird.

 

Drittens ist Alkohol ja auch Zucker! Dementsprechend bringt der den Zellstoffwechsel, das Säure-Base-Gleichgewicht und die Entgiftung durcheinander. Das liegt daran, dass dies ja von vornherein schon durcheinander ist. Der Gesunde hat nach einem „Besäufnis" nur Kopfschmerzen, ein Mensch mit einer Darmentzündung kann tage- bis wochenlang Durchfall bekommen.

 

Daher mein dringender Rat an alle Patienten mit Morbus Crohn bzw. Colitis ulcerosa: Finger weg vom Alkohol!

 

(Übrigens: das mit dem „gesundheitsfördernden Rotwein“ gilt bei Ihnen auch nicht! Nehmen Sie die sekundären Pflanzenstoffe wie z.B. Resveratrol oder Gerbstoffe als Nahrungsergänzung ein!)

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Kommentare: 2
  • #1

    Maus (Dienstag, 13 September 2016 20:58)

    Ich habe auch Colitis ulcerosa, seit ich 3 bin.

  • #2

    M.Lorenz (Sonntag, 08 Januar 2017 15:24)

    Ich habe seit 17 Jahren MC. Den negativen Einfluss von Alkohol kann ich bestätigen. Ich trinke seit 2 Jahren keinen Tropfen mehr, Krankenhausaufenthalte sind mir seitdem erspart.
    Substitution mit Kalium und Vitamin C würde ich noch anraten.