Was über die Darmflora…

Es ist logisch, dass auf einer Website, die sich mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen beschäftigt, immer mal wieder etwas über die Darmflora kommt. Aber diese Erkenntnis hier könnte besonders interessant sein…

 

Die Vielfalt der Darmflora hat beim Zivilisationsmenschen nachgelassen!

 

Vor ein oder zwei Jahren stand in einem Wissenschaftsmagazin - ich weiß nicht mehr genau, in welchem - das nicht nur die Qualität der Darmflora sondern auch die „Biodiversität“ in unserer modernen Zeit nachgelassen habe. Das bedeutet: die Darmflora ist nicht nur schlechter, sie beherbergt auch weniger Arten als früher.

 

Auch seltene Spezies haben besondere Aufgaben…

 

Dabei sind es gerade dieses seltenen Darmbakterien, denen besondere Aufgaben zukommen. Ich denke da insbesondere daran, Mineralien, Spurenelemente und Aminosäuren „bioverfügbar“ zu machen, also dafür zu sorgen, dass der Körper sie auch tatsächlich nutzen kann. Ich sehe beispielsweise einen Zusammenhang zwischen Histaminintoleranz und Antibiotikamissbrauch: denn Antibiotika töten unter anderem Bakterienstämme ab, die Kalzium für den Körper verwertbar machen. Und Kalziummangel im Gewebe ist ein Grund dafür, weswegen Mastzellen (Zellen des Immunsystems) bei Kontakt mit so genannten „Liberatoren“ geradezu hysterisch Histamin freisetzen.

 

In unserer Zivilisation müssen seltene Darmbakterien zuerst dran glauben

 

Das hängt natürlich zum Großteil mit unserer „vereinfachten“ bzw. raffinierten Ernährung zusammen. Die großen Nährstoffe sind einfacher verfügbar, viele Darmbakterien sterben aus, die kleinen Nährstoffe (wie viele Spurenelemente, Enzyme oder manche Aminosäuren) sind entweder nicht mehr vorhanden oder nicht bioverfügbar oder beides - und schon verschärfen sich zwei Probleme gegenseitig!

 

Das kann zu echten Mangelerscheinungen führen. Einige Produkte, die in der Naturheilkunde therapeutisch zur Bekämpfung eines Leck-Darm-Syndroms (Leaky Gut Syndrom) eingesetzt werden, enthalten Aminosäuren, Spurenelemente und Antioxidantien, die man im Prinzip zwar aus bestimmten Nahrungsmitteln gewinnen könnte, die der Körper aber unter unseren zivilisatorischen Umständen nicht wirklich verwerten kann. Durch diesen selektiven Nährstoffmangel sinkt die Vielfalt der Darmflora weiter ab.

 

Training lässt die Vielfalt der Darmflora anwachsen

 

Athleten, die weniger Kohlenhydrate, dafür mehr Eiweiß zu sich nehmen und regelmäßig trainieren, weisen nach einer irischen Untersuchung eine größere Vielfalt an Darmbakterien auf, unter anderem einen Stamm namens „Akkermansia“, der sich vor allen Dingen dadurch auszeichnet, dass er ungewollte Gewichtszunahme und generalisierte Entzündung im Körper verhindert bzw. vermindert. Aber auch die Tatsache, dass Spurenelemente besser bioverfügbar gemacht werden, dem Körper dementsprechend mehr Enzyme für Stoffwechselprozesse zur Verfügung stehen und das Krankheitsrisiko insgesamt abnimmt, sollte dafür sorgen dass auch (und gerade!) Darmpatienten regelmäßig trainieren und sich an der frischen Luft bewegen!

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