Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen und Zytomegalievirus

Zu den unangenehmsten Kombinationen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen gehören Zytomegalieviren. Diese Gattung von Viren gehört zu den so genannten „Slow-Virus-Infektionen“. Das bedeutet: Sie sind da, machen in aller Regel keine Probleme aber begleiten eventuell die betroffene Person für sehr lange Zeit, unter Umständen sogar bis ins Grab. Wenn sie mal Probleme machen, führen Zytomegalieviren für Tage bis Wochen zu hohem Fieber, eventuell zu Lungenentzündung, Abnahme der Blutplättchen sowie Herzmuskelentzündung. Langfristig gesehen können Sie einen Beitrag zur Arterienverkalkung und chronischem Bluthochdruck leisten.

 

Mit Zytomegalieviren sind rund 30-50 % der West- und mitteleuropäischen Bevölkerung infiziert.

 

Das denke ich über diese Art von Viren

 

Ich persönlich bin der Meinung, dass diese Viren nur dann im Körper für Probleme sorgen, wenn bereits irgendeine Art von Problemen vorhanden ist. Beispielsweise eine versteckte Entzündung oder ein Herdgeschehen im Körper. Meinem Erachten nach verursachen sie keine Krankheit, sondern bringen existente Probleme zum Ausbruch, was ich im Übrigen von allen „Slow-Virus-Infektionen“ denke.

 

Zytomegalieviren und Morbus Crohn bzw. Colitis ulcerosa - eine sehr unglückliche Kombination

 

Dass eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung aus dem Nichts heraus entsteht, dürften meine Leser ebenso wie ich mittlerweile für wirklich ausgeschlossen halten. Daher verwundert es nicht, dass der Befall mit Zytomegalieviren und eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung sich gegenseitig verstärken können. Außerdem führen sie therapeutisch in ein echtes Dilemma:

 

Denn um die Entzündung bei Morbus Crohn bzw. bei Colitis ulcerosa zu unterdrücken, braucht es Immunsuppressiva. Diese sind allerdings bei einer Infektion mit Zytomegalieviren absolut kontraindiziert. So ist allein der Einsatz von Azathioprin schon ein ziemliches Risiko, (aus der Transplantationsmedizin weiß man, dass es eigentlich nicht sein darf, ich habe es aber schon erlebt) der Einsatz von Adalimumab bzw. Infliximab (Humira bzw. Remicade) ist unmöglich.

 

Symptome werden verstärkt, chronisch-aktiver Verlauf ist möglich

 

Eine Infektion mit Zytomegalieviren kann dafür sorgen, dass eine latente Darmentzündung zum Ausbruch kommt. Was aber noch schlimmer ist: pfropft sich eine solche Infektion bei einer immunsuppressiven Therapie auf die Darmentzündung auf, kann sich ein schwacher oder moderater, auch schubweiser Verlauf in einen wesentlich stärkeren und komplizierten chronisch-aktiven Verlauf verwandeln. Zudem ist es möglich, dass eine vorher erfolgreiche Therapie mit immunsuppressiven Medikamenten nicht mehr anspricht.

 

Virustatika vermindern (manchmal) die Symptome

 

Virustatika, also Medikamente, die Viren in ihrer Aktivität hemmen, lindern gelegentlich die Darmsymptome. Das ist aber bei weitem nicht immer der Fall, da sich hier sozusagen im Körper zwei Probleme „auf addieren“.

 

Auch in der Naturheilkunde ist die Therapie schwierig. Bei solchen Problemen beginne ich persönlich gar nicht erst am Darm, sondern versuche erst einmal, mit einer allgemeinen Konstitutionstherapie den Stoffwechsel des gesamten Körpers zu verbessern, zum Beispiel den Säure-Base-Haushalt. Oft ist dann ein gewisses nachlassen der Darmsymptome zu beobachten, ohne dass sich der Darm allerdings ganz beruhigt. Nach meinem gegenwärtigen Kenntnisstand führe ich das darauf zurück, dass der Körper dann beginnt, selbsttätig die Viren zu bekämpfen bzw. zu hemmen.

 

Eine antivirale Therapie ist in der Naturheilkunde zwar möglich, es gibt einige Präparate, mit denen dies gut funktioniert. Im Falle von chronisch-entzündlichen Erkrankungen ist aber mit einem kurzen Aufflackern der Symptome zu rechnen, das man dann unter Kontrolle behalten sollte. Im Einzelfall ist dies sehr schwierig und leider recht wenig voraus zu berechnen.

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