Löst ein Schub eine Depression aus - oder umgekehrt?

Es gibt wohl hunderte von Fachartikeln im Internet, die sich mit dem Zusammenhang zwischen Morbus Crohn bzw. Colitis ulcerosa und Depressionen beschäftigen. Allerdings ist die Richtung dabei meist recht einseitig: Schübe, oder allgemein eine Verschlechterung des Befindens bei Patienten mit Morbus Crohn bzw. Colitis ulcerosa erhöhen das Risiko, an einer Depression (oder zumindest einer depressiven Verstimmung) zu leiden. Die Gründe dafür sind offensichtlich.

 

Eine Kombination aus exogener und endogener Depression

 

Exogen nennt man eine Depression dann, wenn Faktoren von außen bzw. Umwelteinflüsse oder psychische Faktoren zu einer Depression führen. Wenn ein Patient einer chronisch-entzündliche Darmerkrankung sich schlecht fühlt, er sich wie ans WC gekettet fühlt und nicht an Lebensaktivitäten teilnehmen kann, macht das sicherlich depressiv. Auf der anderen Seite: wenn die Nährstoffresorption eingeschränkt ist und bestimmte Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente aber auch Eiweiß vom Körper nicht aufgenommen werden, hat der Organismus keine Bausteine für Hormone wie Serotonin oder Dopamin. Infolgedessen kann sich natürlich auch eine Depression einstellen, diese nennt man endogen.

 

Aber was ist mit Depressionen, die zu einem Schub führen?

 

Das gibt es nämlich auch! Die Voraussetzung ist natürlich, dass die betroffene Person schon an einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung leidet. Wenn das körperliche Befinden eigentlich recht gut oder zumindest tolerabel ist, ist eine Depression an sich schon schwerer herzuleiten. Denn wenn jemand an Lebensaktivitäten teilnehmen kann und auch über seine Ernährung ausreichend Nährstoffe bekommt, wo her soll dann die Depression kommen? Und warum führt diese Depression dann zu einem Entzündungsschub?

 

Das naheliegendste ist das Erklärungsmodell der „vegetativen Erschöpfung“. Diese kann sich nämlich bemerkbar machen, bevor es zu einem Erkrankungsschub kommt. Und da im Zuge einer vegetativen Erschöpfung das Immunsystem besonders stark reagiert, ist es nahe liegend, dass sich ein Schub im Anschluss an eine Depression, oder zumindest ein wenig zeitverzögert, einstellen kann!

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