Das Allergiepflaster - zukünftig eine Therapieoption bei Morbus Crohn?

Immunsuppressiva waren bisher die erste Wahl, wenn es darum ginge, die Symptome eines Morbus Crohn zu reduzieren. Allerdings sind sie gesundheitlich gesehen sicherlich nicht die allerbeste Wahl, besonders in Bezug auf langfristige Nebenwirkungen auf die Gesundheit. Eine Studie aus dem Mount-Sinai-Hospital in New York lässt bezüglich der Therapie-Zukunft von Morbus Crohn aufhorchen.

 

Hier wurde in einer kleinen Studie versucht, die immunologische Antwort in Darm zu koordinieren und auf ein vernünftiges Maß zurecht zu stutzen und zwar mithilfe von - Allergiepflastern! Entnehme ich dies dem englischen Original-Text richtig, dann handelt es sich um eine Art von „Transkutaner T-Zellen-Stimulations-Therapie“, also eine Therapie, welche die Produktion von das Immunsystem regulierenden T-Zellen anregen soll. Der große Vorteil bei der Therapie ist, dass das Risiko von Nebenwirkungen faktisch nicht vorhanden ist.

 

Genau wie bei der Allergietherapie ist die Therapie über die Haut im Vergleich oraler Aufnahme oder auch zu Inhalation „sehr sicher“. Erste Testreihen zeigen eine leichte Verminderung der Symptome bei den Patienten, die sich dem Versuch unterzogen.

 

Während man bei einer Allergie die spezifischen, auslösenden Stoffe in einem solchen Hautpflaster zur Anwendung bringt, existiert für Morbus Crohn (das lässt sich natürlich auch auf Colitis ulcerosa ausweiten) kein spezifisches Protein, welches allergieauslösend wirkt. Daher setzt man auf den Pflastern bisher normales Hühnereiweiß ein.

 

Meine Gedanken dazu: wahrscheinlich ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, vorausgesetzt aber, in der Vorgeschichte des Morbus Crohn-Patienten gab es irgendwann einmal eine allergische Reaktion vom IgE-Typus. Meiner bisherigen Erfahrung nach ist dies bei ca. 60 % bis zwei Dritteln aller Patienten der Fall. Bei Colitis ulcerosa liegt die Quote meiner Beobachtung nach niedriger und ist bei unter 50 % anzusiedeln.

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