Sekundäre Pflanzenstoffe und ihre Effekte auf künstlich erzeugte Colitis

Soweit ich mich zurück erinnern kann, sind Mangos neben Bananen, Birnen und Heidelbeeren so ziemlich das einzige Obst, was einen Durchfall bremsen kann. Kostproben meinerseits ließen zumindest darauf schließen. An der kalifornischen Universität von San Diego wurden die Effekte von Granatapfelsaft und Mangosaft auf die Darmflora, Entzündungsparameter und Entzündungsverhalten der Gedärme von Ratten, bei denen eine Colitis chemisch induziert wurde, verglichen.

 

Den Ratten wurde entweder Mangosaft oder Granatapfelsaft oder beides, oder ein „Placebo“ gegeben. Man muss natürlich - wie immer bei solchen Studien - dazu sagen, dass eine chemisch erzeugte Colitis in der Realität nur sehr bedingt vergleichbar ist mit einer chronischen Colitis ulcerosa. Dennoch sind die Studienergebnisse recht interessant.

 

Beide Säfte senkten einige Entzündungsparameter ab. Der Weg, die Entzündung zu lindern, ist allerdings völlig unterschiedlich. Während bei Granatapfelsaft die Zusammensetzung der Darmflora verändert wurde und die als entzündungshemmend geltenden „Ruminococcaceae“ signifikant erhöht wurden, wurde auf den Saft der Mango hin ein erhöhtes Vorkommen von kurzkettigen Fettsäuren festgestellt, die durch die Darmbakterien unter Anwesenheit von bestimmten Ballaststoffen, mehrheitlich löslichen Ballaststoffen, erzeugt werden. Beide haben ihre spezifische Wirkung auf die Entzündung und können entzündliche Aktivität im Darm hemmen.

 

Bleibt die Frage, ob man es versuchen soll und wenn ja, wie viel vom leckeren Fruchtsaft man zu sich nehmen soll. Einschlägige Versuche bei anderen Krankheiten (vor kurzem gab es eine Studie, laut deren Ergebnis Granatapfelsaft positive Auswirkungen auf Alzheimer und Demenz aufwies) legen eine Empfehlung von 200 ml Fruchtsaft pro Tag nahe. Aber wie das immer so ist bei Fruchtsäften: die meisten Darmpatienten reagieren recht ungnädig darauf. Ich empfehle daher, zunächst mit 50 ml pro Tag zu beginnen und genauestens in den Körper hinein zu horchen. Es bedarf wohl keiner weiteren Erwähnung, dass ich hochwertige Säfte empfehle, die weder aus Konzentrat bestehen noch irgend eine Form von Zuckerzusatz haben. Womöglich sollten sie aus biologischem Anbau stammen!

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