Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen: warum lindert Haferschleim häufig die Beschwerden?

Warum kann Haferschleim die Bauchschmerzen und Durchfälle bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen lindern? Warum hilft es, auf die Haut aufgetragen, gegen Rötung, Juckreiz und Brennen? Viele sagen zwar: „das ist mir gleichgültig, Hauptsache es hilft!“ - Aber es gibt ja auch neugierige Menschen. Und denen widme ich diesen Blogeintrag.

 

Auch der Hafer enthält sekundäre Pflanzenstoffe: man nennt sie Avenanthramide. Diese Stoffe haben mehrere Wirkkomponenten, welche die Pharmaindustrie eigentlich von Neid erblassen lassen müsste: zunächst hemmen sie nämlich mehrere Entzündungsmediatoren, also Substanzen, die eine Entzündung vermitteln. Dazu zählt unter anderem auch der berüchtigte „Tumornekrosefaktor Alpha“, aber auch Interleukin 6, Interleukin 8, NF-Kappa-B, I kappa B Kinase.

 

Die zweite große Wirkung zielt auf die Freisetzung von Histamin in den Mastzellen. Diese wird nämlich durch Avenanthramide gehemmt. Um diese Wirkung entfalten zu können, braucht es gerade mal 1ppm, also ein Teil pro Million (0,0001 %) Haferschleim enthält etwa 100-300 ppm Avenanthramide.

 

Daher kann man feststellen, dass Haferschleim nicht zu Unrecht häufig am Beginn der Aufbaukost nach einem überstandenen akuten Schub steht!

Kommentar schreiben

Kommentare: 7
  • #1

    Mark (Freitag, 25 April 2014 19:17)

    Hallo Herr Ulmicher,

    ein sehr interessanter Eintrag.
    Mich würde zum Thema Haferschleim interessieren, in welcher Zusammensetzung er die beste Wirkung bei MC/CU entfaltet. Sollte er warm gegessen werden oder sollte man ihn zuerst abkühlen lassen, damit sich die Stärke festigt? Außerdem wäre es sehr interessant zu wissen, mit was man denn generell Hafer bzw. Getreide kombinieren kann. Denn Obst in den Haferschleim ist sicherlich keine gute Idee.

    Viele Grüße
    Mark

  • #2

    Andreas Ulmicher (Samstag, 26 April 2014 11:32)

    Hallo!

    Haferschleim oder generell Hafer ist wesentlich weniger problembehaftet als andere Getreidesorten, wobei die Probleme mit Weizen, Roggen etc. auch mit dem Ernährungstyp stehen und fallen. Das liegt aber hauptsächlich daran, dass die entzündungshemmenden erwähnten Eigenschaften die getreidespezifischen Eigenschaften (Gluten, Stärke etc.) mehr als wett machen.

    Ich würde es daher nicht mit anderen Getreidearten kombinieren, auch nicht mit Früchten, Beeren, Honig etc.

    Zu "heiß oder kalt" liegen mir ehrlich gesagt keine Daten bzw. Erfahrungen vor.

    Herzliche Grüße

  • #3

    Mark (Montag, 28 April 2014 08:30)

    Hallo,

    was genau ist eigentlich das "Problem" bei Getreide + Früchte (Stärke + Fruchtzucker)? Ist es die unterschiedliche Verdauungsgeschwindigkeit?
    Kann Haferschleim zusammen mit Gemüse gegessen werden (enthl. zum Teil auch Fruchtzucker)?

    Viele Grüße

  • #4

    Andreas Ulmicher (Montag, 28 April 2014 08:56)

    Das Problem ist die Stärkeverdauung. Fruchtzucker, allgemein Süßes und Früchte setzen den pH-Wert im Mund herab und dadurch werden die stärkeverdauenden Enzyme im Speichel inaktiv. Das kann im Darm zu Gärung führen. Aus diesem Aspekt heraus ist Gemüse in Kombination mit Stärke (Außer Tomaten und Paprika) in aller Regel kein Problem.

    Herzliche Grüße

  • #5

    Tom (Sonntag, 04 Mai 2014 17:25)

    Sie haben doch aber in einem Buch geschrieben, dass Sie persönlich Früchte und Getreide essen können, oder? Wie haben Sie das erreicht? Denn ich würde es auch gerne wieder essen. Kann man den ph-Wert nicht irgendwie beeinflussen?

    Viele Grüße!

  • #6

    Andreas Ulmicher (Sonntag, 04 Mai 2014 21:40)

    Hallo!

    Bitte PERSÖNLICHE Fragen an mich auch per Email an mich richten, das ist ein Kommentarverzeichnis und daher öffentlich und für jeden lesbar!

    Herzliche Grüße

    Andreas Ulmicher

  • #7

    Sandra (Mittwoch, 26 Juli 2017 16:45)

    Hallo,

    Ich habe seit ca 1,5 Jahren die Diagnose Colitis Ulcerosa. Anfangs kam ich nicht aus dem Schub und hab nach Alternativen zum Cortison gesucht. Habe dann über Vollwertkost eine Remission von ca 9 Monaten erreicht. Dann ein erneuter Schub. Ich vermute, da ich es wohl nicht mehr so ernst genommen habe. Das ging dann so ca 3-4 Monate. Dann bin ich auf Paleo umgestiegen. Der Schub wurde nicht schlimmer bzw. Kam zum Stillstand ( keine Blutung, kein Durchfall). Allerdings hatte ich mit einem heftigen Blähbauch und leichten Schmerzen zu kämpfen. Irgendwie begann ich aus Intuition heraus mir morgens einen Haferbrei zu machen inklusive Banane und geschältem Äpfel, die ich kurz mitgekocht hatte. Und siehe da der Bauch beruhigte sich. Seit 4 Tagen mache ich das nun so. Und siehe da, kein Blähbauch und kaum noch Krämpfe oder Ziehen. Stuhl quasi normal. Ich kann es selbst kaum glauben. Alles ohne Cortison??? Ich verwende außerdem viel Curcumin in meinen Speisen und schwarzen Pfeffer. Wie auch immer es funktioniert, es ist großartig.