Morbus Crohn - helfen "Mega-Dosen" von Vitamin D besser als eine normale Dosierung?

Es ist schon eine Weile her, da erschien dieser Report im American Journal of Gastroenterology: Morbus Crohn Patienten wurden rekrutiert, aber während die eine Hälfte von ihnen pro Tag 1000 internationale Einheiten Vitamin D erhielten, bekam die andere Hälfte die schier unglaubliche Dosis von 10.000 internationalen Einheiten pro Tag - eine Dosierung, von der auch jetzt noch viele Institutionen glauben, dass sie unsicher ist. Mittlerweile wird einigen Patienten - dies bekomme ich jedenfalls immer wieder berichtet - die Dosis von 20.000 internationalen Einheiten pro Woche verordnet, was nicht ganz 3000 internationalen Einheiten pro Tag entspricht. Das ist eine Dosierung, die nach den gegenwärtigen wissenschaftlichen Erkenntnissen für in etwa die Obergrenze einer dauerhaften Anwendung beim Erwachsenen gehalten wird.

 

„Vitamin“ D ist eine fettlösliche Substanz, die sich im Körper anreichern kann. Das bedeutet, dass zumindest theoretisch die Gefahr einer Vergiftung bei langfristiger Einnahme hoher Dosen besteht. Jetzt aber zu dem erstaunlichen Ergebnis der Studie: den Patienten, die 10.000 internationale Einheiten pro Tag bekamen, ging es sogar besser als denjenigen Patienten, die nur 1000 internationale Einheiten bekamen. Also Heilung durch Mega-Dosen von Vitamin D?

 

Nicht ganz: denn auch die Patienten, die die hohe Dosierung bekamen, waren nicht völlig beschwerdefrei. Allerdings: bei therapieresistentem Morbus Crohn eventuell ein dezenter Hinweis darauf, die Dosierungsempfehlungen für dieses „Vitamin“, das eigentlich ein Hormon ist, zu überdenken. Wobei ich selber eigentlich der Typ bin, der bei Dosierungen eher Zurückhaltung übt. Mal sehen, ob in nächster Zeit zu diesem Thema weitere Studien kommen…

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Kommentare: 7
  • #1

    Kristin (Mittwoch, 30 April 2014 12:41)

    Hallo!

    Ich nehme seit Februar auch "Mega-Dosen" Vitamin D gegen Morbus Crohn. Cortison hatte mir nicht geholfen und auch die anfangs gute Wirkung von Remicade ließ nach einigen Monaten nach. Da ich auf keinen Fall mit Immunsuppressiva behandelt werde wollte, musste ich mir eine Alternative suchen.

    Im Dezember war ich 4 Wochen auf den Philippinen Urlaub machen und in der Äquator-Sonne ging es mir blendend :D Ich habe keinen Gedanken an die Krankheit verschwendet. Da abgesehen von der Intensität der UVB-Strahlen alles wie in Deutschland war, musste die Besserung meines Zustands am Vitamin D liegen.

    Ich habe in Deutschland dann Vitamin D in einer Dosis von 1.000 I.E. täglich ausprobiert und war vom Ergebnis sehr enttäuscht. Dann verwarf ich den Gedanken an Vitamin D wieder. Doch da ich viel Hoffnung in dieses Hormon gesetzt habe, recherchierte ich weiter und kam zu dem Schluss, dass die Dosis zu niedrig war. Also habe ich 3 Tage lang 100.000 I.E. eingenommen und anschließend täglich 20.000 I.E.
    Schon am 2. Tag habe ich mich deutlich fitter gefühlt. Ich habe zeitgleich die Infusion mit Remicade abgesetzt, da ich davon in den letzten Monaten keine Besserung mehr gespürt hatte.

    Die Symptome des Morbus Crohn sind deutlich besser, aber noch nicht ganz verschwunden. Vor ein paar Tagen habe ich die Vitamin D Dosis auf 50.000 I.E. erhöht, denn ich denke 20.000 I.E. täglich sind immer noch zu wenig. Zusätzlich gehe ich alle 3 Tage in ein UVB-Solarium (Tiefenbräuner), da ich mir nicht sicher bin, ob genügend Vitamin D über die Darmschleimhaut resorbiert werden kann.

    Ich nehme übrigens Vitamin D Tropfen, da Tabletten zu viele Füllstoffe enthalten. Zusätzlich nehme ich hochdosiertes Vitamin K (2 Tabletten Super K von Life Extension), um Kalkablagerungen in Gefäßen zu vermeiden.

    Da die meisten Ärzte denken, dass tägliche Dosen von über 1.000 I.E. lebensgefährlich sind, mache ich ein Selbst-Experiment. Ich denke aber, dass ein Hormon, was der Körper in der Sommersonne selbst bildet, (sofern man sich nicht mit Sonnencreme einschmiert) nicht schlimmer sein kann als ein unterdrücktes Immunsystem oder die ewig lange Liste an Nebenwirkungen von Cortison, Infliximab, Azathioprin und co.

    In diesem Sinne empfehle ich das Buch "Hochdosiert - Die wundersamen Wirkungen extrem hoher Dosen Vitamin D dem Sonnenschein-Hormon" von Jeff T. Bowles und vielleicht, wenn auch nur mit 10.000 I.E. täglich Vitamin D einfach mal auszuprobieren.

    Viele Grüße
    Kristin

  • #2

    Andreas Ulmicher (Mittwoch, 30 April 2014 19:15)

    Hallo,

    Also 50.000 IE pro Tag sind wirklich heftig hoch.

    Aber vor einiger Zeit wurden Dosierungen zwischen 2500 und bis zu 8000 IE pro Tag für "unbedenklich" deklariert und ich denke nicht, dass hier schon das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Da wird sich wohl noch einiges tun.

    Herzliche Grüße

    Andreas Ulmicher

  • #3

    Christian (Mittwoch, 22 März 2017 12:23)

    Hallo in die Runde,

    ich gebe Kristin völlig recht.
    Die Dosierung ab 50.000 Einheiten D3 dazu min. 400mcg K2 wirken Wunder.
    Ein Engmaschige Kontrolle über den 25oH Wert im Blut, liegt bei rd. 30€ ... alle 2-3 Monate betretbar.
    BG Christian

  • #4

    Andreas Ulmicher (Mittwoch, 22 März 2017)

    Hallo Christian,

    Es gibt wohl mittlerweile (wenn auch unter vorgehaltener Hand) hier und da neue Erkenntnisse zum Umgang mit der Dosierung von Vitamin D. Diese betreffen wohl das Thema "Lymphzellenshift" (Th1-Shift, Th2-Shift) oder anders ausgedrückt eine Verschiebung des Immunsystems in Richtung zellulärer Abwehr bzw. humoraler Abwehr. Personen mit einem "Th1-Shift" sollen wohl Mega-Dosen Vitamin D vertragen bzw. eventuell sogar benötigen, Personen mit einem "Th2-Shift" sollten es eher moderat dosieren (ca. 2000-3000 IE pro Tag). Morbus Crohn-Patienten neigen eher zu einem Th1-Shift, Colitis ulcerosa-Patienten in aller Regel eher zu einem Th2-Shift. Das liest man schon vereinzelt auf englischsprachigen Seiten, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Es ist allerdings noch zu früh, um definitive Anweisungen für jeden Fall zu geben. Wer wissen will, welches System bei ihm dominant ist, der kann sich an das Institut für medizinische Diagnostik in Berlin wenden (IMD Berlin).

  • #5

    Lucky (Dienstag, 06 März 2018 16:26)

    Guten Tag :-)
    Ist zwar schon einige Zeit her, aber bin über Google grade auf dieser Seite gelandet. Ich habe Morbus Crohn und weiss schon länger über die Wichtigkeit von D3. Ich nehme seit einigen Jahren Sommer wie Winter 2000 Einheiten. Genützt hat es nicht viel. Kürzlich liess ich meine Werte bestimmen und ich war an der Grenze zu Vitamin D Mangel (20 ng/ml). Nun habe ich aufgesättigt mit 10 Tagen 20'000 IE Vitamin D3 und 200 Microgramm K2 und 1 Kapsel OPC. Der Durchfall ist verschwunden. Ich fühle mich sehr gut. Ich reduziere jetzt auf 2 Mal die Woche 20'000 IE und schaue, was passiert. Bin sehr gespannt, ob die Erhaltungsdosis von Durchschnittlich ca. 5000 IE täglich reicht.

  • #6

    LexX (Freitag, 12 Oktober 2018 22:02)

    Hey, ich hatte gar keine Krankheiten, nur etwas schlechte Augen, mittelstarke Knieschmerzen und leichte Deprsssionennehme. Mittlerweile nehme ich täglich 100.000-200.000 I.a Vitamin D und alle meine leiden sind verschwunden. Zudem werde ich gar nicht mehr krank. Manchmal kratzt mein Hals etwas, dann nehm ich auch schon mal 500.000 I.a und am nächsten Tag bin ich wieder Top fit. Meine Mutter hatte grünen Star, nimmt auch jeden Tag 100.000 I.a und ihr Arzt meinte vor kurzem das sie vllt doch eher einen grauen Star hat, weil die Symptome nicht mehr passen. Durch ihre Brille sieht sie mittlerweile verschwommen weil ihre Augen scheinbar wieder besser geworden sinnt.
    Wir nehmen zu unseren beiden Dosen zusätzlich vitamin K2 Magnesium und Calzium ein und es geht uns beiden so gut wie sehr lange nicht mehr.

  • #7

    Andreas Ulmicher (Samstag, 13 Oktober 2018 20:51)

    100.000-200.000 täglich...das ist mutig. Haben Sie mal die Level checken lassen?!