Morbus Crohn: Perenterol kann mehr als nur Durchfall stoppen?!

Perenterol (Saccharomyces boulardii) ist keine unbekannte Größe mehr...


Bei Ihrem Arzt, während eines Schubs im Krankenhaus oder auch sonst bei einer Therapie haben Sie sicherlich schon einmal Bekanntschaft mit „Perenterol“ (ein alternatives Präparat ist „Yomogi“) geschlossen. Ich habe es selbst während der achtziger Jahre bei meinem Krankenhausaufenthalt kennen gelernt. Es handelt sich um ein Probiotikum aus der Klasse der medizinischen Hefen (Saccharomyces boulardii).

 

Das Präparat wurde für seine durchfallhemmenden Eigenschaften bekannt. Allerdings brachte eine portugiesische Studie vor kurzem die Erkenntnis, dass das Präparat eigentlich optimaler Weise während der Remission bei Morbus Crohn einzusetzen ist und in dieser Zeitspanne die Schleimhauteigenschaften verbessert.

 

Eventuell ist ihnen bereits der Begriff: „Leck-Darm-Syndrom“ bekannt (Leaky-Gut-Syndrom). Dieses medizinische Problem, auch als „undichter Darm“ bekannt, bewirkt, dass nicht vollständig aufgespaltenen Nahrungsbestandteile über den Darm in das lymphatischen System aufgenommen werden, dort allerdings eine Abwehrreaktion des Immunsystems auslösen, was zu kleinen, lokal begrenzten Entzündungen führt. In der Naturheilkunde wird dieser Umstand als eine mögliche Ursache für Morbus Crohn diskutiert. In oben erwähnte Studie wurde herausgefunden, dass Saccharomyces boulardii die Darmschleimhaut optimieren kann, d.h. die Lücken in der Darmschleimhaut schließen kann. Die Folge: unverdaute Nahrungsbestandteile können nun nicht mehr über den Darm in das lymphatischen System gelangen und dort eine Abwehrreaktion auslösen. Entzündungen werden verringert und heilen ab. Eine Remissionsphase kann auf diese Weise verlängert werden. Eventuell kann bei langfristiger Einnahme auch der Verlauf insgesamt günstig beeinflusst werden!

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Kommentare: 2
  • #1

    Wirelady (Donnerstag, 15 Mai 2014 09:38)

    Hatte ich auch mal bekommen, aber da wir ja eh schon mit viel Luft zu kämpfen haben, bin ich von Perenterol fast geplatzt. Also mir hat es bei meinem Crohn gar nicht gut getan.

  • #2

    Andreas Ulmicher (Donnerstag, 15 Mai 2014 10:16)

    Es liegt in der Natur der Sache, dass man mit ALLEN Arzneien und Medikamenten höchst unterschiedliche Ergebnisse erzielt. Azathioprin kann auch bei dem Einen Symptome lindern, bei dem Anderen hilft es nichts und verursacht womöglich noch eine Bauchspeicheldrüsenentzündung. Ich habe auch schon die Beobachtung gemacht, dass sich bei einer naturheilkundlichen Therapie Blähungen ZUNÄCHST verstärken, was dann aber vorübergehender Natur ist.

    Wenn allerdings schon starke Blähungen bestehen, ist jedes "Mehr" natürlich extrem belastend. Und das ist individuell bei vielen Probiotika so!