Morbus Crohn: Wann hilft eine Ballon-Dilatation, und wann nicht?

Es ist natürlich immer günstiger, den Darm zu erhalten als ein Stück herauszuschneiden. Eine mögliche Maßnahme, bei Morbus Crohn den Darm so gut es geht zu erhalten, ist die Ballon-Dilatation. Sie wird ausgeführt bei einer vorliegenden Verengung des Darms, wenn Speisebrei nicht mehr gut weiter transportiert werden kann. Allerdings gibt es einige Einschränkungen bei diesem Verfahren.

 

Wenn sich ein Darmabschnitt entzündet, schwillt das Gewebe an wie bei einem Ödem. Stoppt die Entzündung oder kann sie gestoppt werden, finden nur geringe Gewebsumbauten statt, bei denen es aber zu einer gewissen Verengung kommen kann. Der Betroffene merkt dies, indem es in dem entsprechenden Bereich beim Durchtritt von Speisebrei „ruckelt“, eventuell auch an der Engstelle Schmerz entsteht.

 

Wenn das Gewebe nicht oder kaum „fibrosiert“, d.h. bindegewebig umgebaut ist, ist eine Ballon-Dilatation sehr oft erfolgreich. Falls die Entzündung allerdings lange besteht und viele Lymphozyten in das betroffene Gebiet einwandern und das Gewebe fibrosieren, ist eine Ballon-Dilatation allerdings nicht sehr erfolgversprechend. Zu Problemen kann es auch noch kommen, wenn das Gewebe immer noch entzündet ist. In extremen Fällen - das ist freilich sehr selten - kommt es zu Einrissen im Darm, was eine lebensgefährliche Bauchfellentzündung nach sich ziehen kann. Deswegen sollten vor Durchführung einer Ballon-Dilatation Entzündungen peinlichst genau abgeklärt werden. Die beste Methode, die Entzündung schnell zu beenden ist meinem Erachten nach trotz der neuen Medikamente immer noch die Kortison-Stoßtherapie.

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Kommentare: 1
  • #1

    Anne (Dienstag, 06 Februar 2018 19:31)

    Klar, ein guter Gastroenterologe macht das genau so.