Colitis ulcerosa: eine randomisierte Doppelblindstudie über Yoga?!

Ist es Verzweiflung oder steckt ein heimliches System dahinter, dass ich mit meinem begrenzten Verstand nicht zu durchschauen vermag?

 

Neulich habe ich mir bei YouTube ein Video vom DCCV über die Vergabe des Förderpreises für komplementärmedizinische Therapien angesehen. Der Preis wurde an einen Professor einer ganzheitsmedizinischen Klinik verliehen, der im Auftrag des Vereins eine randomisierte Doppelblindstudie mit Yoga durchführen sollte.

 

Zur Erklärung: randomisiert doppelblind bedeutet folgendes: randomisiert kommt aus dem englischen random und bedeutet zufällig, randomisiert dementsprechend: durch zufällige Auswahl bestimmt. Doppelblind bedeutet, dass weder der Therapeut noch der Patient Bescheid wissen ob es sich bei dem verordneten Mittel um das echte Medikament (in der Medizin auch als „Verum“ bezeichnet, vom lateinischen verum für wahr) oder um das Placebo.

 

Bei einem Medikament ist die Sache natürlich eingängig: man ordnet die Patienten in zwei Gruppen und lässt einige den Placebo schlucken und die anderen das echte Medikament. Der Arzt, der das Medikament austeilt, weiß nicht, ob er dem Patienten nun das echte Medikament oder das Placebo verabreicht hat.

 

Aber wie soll das bei Yoga funktionieren? Gibt es ein „Yoga-Placebo“? Bekommt der Instruktor, der mit den Patienten die Übung durchführen soll, die „Yoga-Placebos“ und weiß selbst nicht, dass die Übungen falsch sind? (Hier ist schon das erste Problem: wenn es sich um einen Yoga-Lehrer handelt, wird er es mit Sicherheit merken!). Und können sich Patienten heute nicht einfach und überall informieren, wie bestimmte Yoga-Übungen und deren Reihenfolge richtig praktiziert werden? Fragen über Fragen!

 

Das Fördergeld ist übrigens mit 20.000 € dotiert…

 

Vielleicht kann mich einer der geneigten Leser dieser Seite mal bei Gelegenheit aufklären. Ich würde mich über eine plausible Erklärung zum Thema „Yoga-Placebo“ freuen!

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Kommentare: 2
  • #1

    Nicole (Mittwoch, 26 März 2014 09:42)

    Folgende Studienbeschreibung kann man auf der Internetseite des DCCV finden:
    Ablauf der Studie
    Im Rahmen der Studie nehmen 102 Personen mit Colitis ulcerosa in klinischer Remission über 12 Wochen an einem Yogaprogramm teil, welches von medizinisch erfahrenen Yoga-Lehrern durchgeführt wird und welches speziell auf die Bedürfnisse von Personen mit Colitis ulcerosa zugeschnitten wurde. Die Hälfte der Teilnehmer nimmt sofort nach Studienbeginn an dem Yogaprogramm teil, während die andere Hälfte zunächst schriftliche Informationen zu Behandlungs- und Selbsthilfemöglichkeiten erhält und erst nach 6 Monaten an dem Yogaprogramm teilnimmt. Auf diese Weise kann die Wirksamkeit von Yoga im Vergleich zu rein schriftlichen Empfehlungen, wie sie im klinischen Alltag häufig verwendet werden, untersucht werden. Insgesamt verfolgt die Studie die Entwicklung der Erkrankung über einen Zeitraum von 2 Jahren, in denen ein zufällig ausgewählter Teil der Teilnehmer noch an weiteren „refresher“ Yoga-Einheiten teilnehmen kann. Neben Fragebögen zu Lebensqualität, Stress und psychischer Belastung wird mit Hilfe von Blut-, Stuhl- und Speichelproben die Wirkung von Yoga auf Entzündungsparameter, die Krankheitsaktivität und Stresshormone untersucht.
    Insgesamt nehmen die Teilnehmer im Verlauf der Studie an 12 bis 14 Yoga-Einheiten teil, es werden zu 3 Zeitpunkten Blut- und Stuhlproben, zu 2 Zeitpunkten Speichelproben entnommen und die Teilnehmer füllen zu 5 Zeitpunkten Fragebögen (davon 3 mal vor Ort, 2 Fragebögen senden wir per Post zu).
    Die Yogakurse und Untersuchungen finden in Essen statt.

  • #2

    Andreas Ulmicher (Mittwoch, 26 März 2014 09:53)

    AAAH!!!

    O.k., das macht Sinn! (der Sinn erschloss sich mir wirklich nicht!)

    Vielen Dank für die Erklärung und

    Herzliche Grüße!