Noch einmal etwas zum Thema Genetik und oxidativer Stress bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen

Die Anzahl der so genannten Entzündungsmediatoren ist unüberschaubar. Entzündungsmediatoren sind Stoffe, die eine Entzündung übermitteln, aber nicht ursächlich schuld an dieser Entzündung sind, wie eine Untersuchung zeigt, die kürzlich in der Zeitschrift Nature veröffentlicht wurde. Meinem Erachten nach wäre die Medizin gut beraten, sich solche Studien genauer anzusehen:

 

Ein Eiweißbaustein namens ATG16L1 vermittelt durch einen Anreiz, sich selbst anzugreifen, eine Autoimmunreaktion. Dieses Protein ist bekannt im Zusammenhang mit den Schleimhautveränderungen bei Morbus Crohn. Um diesen „Autoimmunreiz“ allerdings übermitteln zu können, muss es durch ein Enzym namens Caspase 3 aktiviert werden. Dieses Enzym ist allerdings nur dann aktiv, wenn entweder oxidativer oder nitrosativer Stress vorliegen.

 

Im Umkehrschluss: Entzündungsmediatoren alleine für sich genommen bewirken noch gar nichts! Da zeugt es von einer gewissen Ironie, dass die modernen Medikamente der Medizin gegen diese Entzündungsmediatoren gerichtet sind. Louis Pasteur soll auf dem Totenbett den sinnigen Spruch formuliert haben: „die Mikrobe ist nichts, das Milieu ist alles!“ - Vielleicht erkennt auch die Medizin eines Tages: „das Gen ist nichts - die Umweltfaktoren sind alles!“

 

Der Fairness halber: das Gen ist fast nichts - denn unter absolut gleichen Umweltbedingungen (Ernährung, Belastung mit Schadstoffen und so weiter) ist derjenige mit einem "Gendefekt" derjenige, der wahrscheinlicher erkrankt!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0