Morbus Crohn: mal wieder – zum Thema Ernährung sind keine Pauschalaussagen möglich!

Schaut man sich gängige Diäten bei chronisch-entzündliche Darmerkrankungen an, merkt man, dass die meisten Diätansätze kohlenhydratreduziert sind. Ob quantitativ (z.B. Lutz-Diät) oder qualitativ (spezielle Kohlenhydratdiät), immer wieder kommen alternative Diätansätze zu dem Schluss, dass Kohlenhydrate bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen problematisch sind.

 

Schaut man sich hingegen wissenschaftliche Veröffentlichungen an, gewinnt man den Eindruck, dass es gerade tierisches Eiweiß ist, das im Zusammenhang mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen problematisch ist.

 

Ich habe in meinem Ernährungsratgeber (siehe hier) geschrieben, dass beide Ernährungsansätze, eine Kohlenhydratreduzierte und eine eiweißreduzierte Ernährung, unter gewissen Umständen ihre Berechtigung haben und dass ein Therapeut entscheiden sollte, welche Ansatz der geeignetere ist. Aber Veröffentlichungen wie diese hier (Link: http://bionews-tx.com/news/2014/01/31/inflammatory-bowel-disease-causing-bacteria-linked-to-meat-eating-diet/ ) lassen auch Fragen offen. Zum Beispiel nach der Qualität des tierischen Eiweißes. Wenn die in der Studie benutzten Nahrungsmittel aus konventioneller Haltung stammten, wundert mich es nicht, wenn schädliche Bakterienarten zunehmen. Zur Erklärung: das erwähnte Bilophilia wadsworthia ist eine Art von Bakterien, die normalerweise in nur geringer Anzahl im Darm vorkommt aber dann, wenn Sie eine bestimmte Anzahl überschreitet, einigen Schaden anrichten kann. Deswegen ist es auch nicht verwunderlich, warum die relativen Keimzahlen dieser Bakterien so stark schwanken.

 

Interessant wäre es, die Veränderung der Anzahl dieses Keimstammes bei einer naturheilkundlichen Antibiotika-Ausleitung zu beobachten. Eventuell handelt es sich dabei um ein Bakterium, dass die ökologische Nische, in der Fäulnisprodukte entstehen, ausnutzt.

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