Was ist, wenn sich die Symptome trotz Kortisoneinnahme nicht bessern?

Es kommt immer mal wieder vor, aber in den letzten Monaten fällt es auf: Personen mit einem normalerweise berechenbaren Verlauf, der, wenn es zum Schub kommt, auf eine schnelle Gabe mit Cortison (Prednisolon) recht schnell und unproblematisch mit einem Abklingen der Symptome reagieren. Und dann dieses: ein Schub flammt auf, rasch wird die Kortisondosis erhöht, aber die Symptome verbessern sich einfach nicht! Ja, gelegentlich verschlechtern sie sich sogar!

 

Und das, nachdem der Körper eigentlich bisher immer gut auf eine Gabe mit Kortison reagiert hat. Was ist da los, fragt man sich. Es ist eigentlich relativ simpel und beginnt damit, dass jemand, der mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung diagnostiziert worden ist, bei grundsätzlich jedem Darmsymptom auf „den Crohn“ bzw. „die Colitis“ reduziert wird. In der Praxis ist so etwas natürlich nicht haltbar. Studiert man die aktuellen Blutwerte, treten schnell ein paar Auffälligkeiten hinzu: zum Beispiel ist die Anzahl der Gesamt-Leukozyten erhöht, auch die Blutsenkung ist beschleunigt. Die Marker im Stuhl hingegen, wie Calprotectin und Lactoferrin, sind hingegen nicht bzw. kaum erhöht - und auch der CRP-Wert steigt keineswegs in einem Maße an, wie es ein Schub einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung normalerweise erwarten ließe.

 

Des Rätsels simple Lösung bisher in allen Fällen: es hatte sich schlicht und ergreifend eine Infektionskrankheit - eben eine, die auf Magen und Darm schlug. Und dabei durchaus auch Symptome gemacht hat wie schleimige oder blutige Stuhlgänge. Einmal mehr bestätigt sich meine Hypothese, dass nicht alles was nach „Crohn“ bzw. „Colitis“ aussieht, tatsächlich auch ein Schub einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung ist.

 

Einer dieser Schübe wurde übrigens schließlich nach einer Antibiotikagabe entschärft: es handelte sich schlicht und ergreifend um eine bakterielle Infektion!

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