Morbus Crohn - Colitis ulcerosa: Schleim - das Medikament der Zukunft?

Intestinaler Schleim demnächst als Medikament?

 

Dass die Schleimhautbarriere des Darms Bakterien, unverdaute Nahrungsmittelbestandteile und Antigene daran hindert, über die Darmwand ins lymphatische System durchzutreten, ist schon länger bekannt. Aber der Schleim der Darmschleimhaut scheint in beide Richtungen zu wirken: nach einer Untersuchung des Mount Sinai Hospitals dämpft der Schleim auch immunologische Reaktionen gegen Darmbakterien im Darmlumen und stimuliert die Ausschüttung anti-inflammatorischer Zytokine.

 

Im Tierversuch hat sich bereits gezeigt, dass der intestinale Schleim gesunder Individuen positive Wirkungen auf die Gesamtgesundheit und die Darmgesundheit von Artgenossen hatte, die durch einen Gendefekt diesen Schleim nicht produzierten. Daher wird eine synthetische Herstellung der Struktur gesunden intestinalen Schleims ins Auge gefasst. Als Nebeneffekt wird eine mögliche positive Wirkung auf Krebsgeschehen diskutiert, was nebenbei ein ganz neues Licht auf die steigende Gefahr einer Entartung (Krebsneubildung) bei langjähriger Dickdarmentzündung - Colitis ulcerosa - wirft.

 

Ich bezweifle ja schon lange, dass die Entzündung selbst ursächlich an der Erhöhung des Krebsrisikos beteiligt ist. Vielleicht liegt es schlicht und ergreifend an der Abwesenheit gesunden intestinalen Schleims!

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