Neue therapeutische Leitlinien veröffentlicht

Neue therapeutische Leitlinien zur Behandlung und Diagnostik von Morbus Crohn


Der Artikel ist hier in der Ärztezeitung vollständig abrufbar.

 

Interessant ist - wenn ich den Artikel richtig interpretiere - dass dem Mesalazin, bis vor einigen Jahren "Basispräparat" bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen", bei der Therapie des Crohn wieder ein etwas höherer Stellenwert eingeräumt werden soll. Bei leichtem Befall der Ileozäkalregion soll das Präparat im milden Schub angewandt werden.

 

Vor dem Einsatz von Immunsuppressiva sollen chirurgische Maßnahmen erwogen werden ...was auch immer das bedeuten mag. Wenn es um die Entfernung kleinerer Darmabschnitte oder um Techniken wie Strikturoplastik etc. geht, vielleicht - wobei natürlich zu bedenken ist, dass dabei natürlich Narben entstehen.

 

Auffällig ist der Trend "weg vom Kortison". Meines Erachtens neu hierbei die Empfehlung, zur Remissionserhaltung statt Prednisolon und Co. die TNF-Alpha-Hemmer (Remicade, Humira...) einzusetzen. Meines Erachtens fährt der Zug hier in die falsche Richtung ab, vor allem, wenn man bedenkt, dass die Medikamente ursprünglich mal als "Last Resort-Medikamente" eingeführt wurden.

 

Die neuen Leitlinien stehen ein bisschen im Gegensatz zu meinen Erfahrungen, wonach Kortisonpräparate im Schub bei vielen Patienten noch am besten und schnellsten zu helfen scheinen. Da die Nebenwirkungen von Kortison lange studiert und bekannt sind, für mich klar eine "Flucht nach vorne".

 

Ob das wirklich sinnvoll ist und Crohn-Patienten mehr Lebensqualität bringt, muss die Zeit zeigen...

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