Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen: ab wann Diagnostik?

Das gehört eigentlich in die Abteilung "Grundlagenwissen"...


Aber ab und zu muss das auch mal sein: die Frage zu klären, ab wann man mit seinen Beschwerden zum Arzt zur Abklärung marschieren sollte.

 

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen werden immer häufiger, auch wenn sie im neuen Jahrtausend nicht mehr so stark zunehmen wie in den 80er und 90er Jahren. Im Prinzip kann es jeden in jedem Alter treffen, das maximale Risiko ist aber im Alter zwischen 14 und 49. Hierzu eine erstaunliche Beobachtung: bei nur ca. 15 bis 20% aller Patienten mit verdächtigen Symptomen (chronischer Durchfall, Gewichts- und Energieverlust, Schleim- und Blutbeimengungen im Stuhl etc.) wird die Diagnose sofort erhoben.

 

Das tückische "Blut im Stuhl"...

 

Auch ich höre das noch öfter, dass ein Patient mit Blut im Stuhl beim Arzt vorstellig wird, dieser eine Rekto-/Proktoskopie macht und bis auf "Hämorrhoiden" nicht fündig wird. Dazu muss man sagen, dass das Proktium bei etlichen Patienten von der Entzündung ausgespart ist und immerhin zwei Drittel aller Patienten mit einer beginnenden CED an Hämorrhoiden leisen. Insbesondere, wenn keine Durchfälle bestehen, kann es hier zu Fehldiagnosen kommen.

 

Das ist allerdings ein Erfahrungswert von mir und ich möchte ihn nicht auf die allgemeine Situation übertragen.

 

Besonders problematisch: bei einem Jugendlichen treten Gelenksentzündungen, z.T. mit Erguss auf (Knie). Der erste Gang geht zum Ortopäden, der wiederum eher selten die richtige Diagnose findet - der Spezialisierung sei's "gedankt".

 

Ab wann sollte man einen Arzt aufsuchen?


Das ist meine Liste:

 

  1. Unklarer Durchfall, der länger als 10 bis 14 Tage andauert
  2. Augenfälliger Energieverlust in Zusammenhang mit Bauchschmerzen und anderen Darmsymptomen
  3. Blut im Stuhl, auch: schleimige Stühle
  4. Entzündliche Gelenkerkrankungen bei Jugendlichen. Ja, es ist mir klar, dass Sie wahrscheinlich zuerst zum Orthopäden gehen werden. Machen Sie aber auch einen Termin mit dem Gastroenterologen. Unglaublich, aber wahr: bei fast 40 % der Jugendlichen zeigen sich in diesem Fall zunächst keine Darmsymptome - unter Umständen für Jahre!
  5. Augenfälliger Gewichtsverlust, oft im Zusammenhang mit Apathie (der Nährstoffmangel!), natürlich auch:
  6. Fisteln, Fissuren, Ödematöse Schwellungen im Analbereich (Schmerz!)

 

 

 

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