Morbus Crohn - Colitis ulcerosa: Warnung vor einigen Mesalazinpräparaten

Mesalazin, bekannt unter den Arzneinamen "Claversal" und "Salofalk" ist ein Standard-Medikament bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen...

 

Wer irgendwann einmal mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung diagnostiziert wurde, hat es bestimmt schon kennengelernt: Mesalazin, ein Wirkstoff aus einer "umgebauten" Acetylsalicylsäure, der Entzündungen im Darm hemmt. Bekannt ist das Präparat unter den Markennamen Salofalk und Claversal. Im Verhältnis zu anderen Immunsuppressiva hat der reine Wirkstoff vergleichsweise selten und wenn, dann wenig Nebenwirkungen. Mir sind in 10 Jahren meiner Praxis nur drei Patienten mit Nebenwirkungen auf diesen Wirkstoff untergekommen.

 

Das könnte sich jetzt ändern!

 

Aus diversen Foren auf der einen Seite und aus meiner eigenen Praxiserfahrung auf der anderen Seite gibt es allerdings alarmierende Neuigkeiten. Eine Arzneimittelfirma koppelt den Wirkstoff an den Hilfsstoff "Aspartam", einen künstlichen Zuckeraustauschstoff. Wissenschaftlich nicht gesichert sind die verschiedenen gesundheits-beeinträchtigenden Wirkungen, die diesem Süßstoff angelastet werden: erhöhtes Krebsrisiko, gestörter Zuckerstoffwechsel, Veränderungen im Hormonhaushalt. Aber eines ist absolut sicher: bei vielen Personen löst der Süßstoff Durchfall aus! Und das ist als Patient einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung sicherlich das Allerletzte, was man will!

 

Problematisches Treibgas

 

Eine Kuriosität aus meiner Praxis: jüngst beklagte sich ein Patient über Schwindel und Atemnot im Liegen, nachdem er Salofalk als Klysma eingesetzt hatte. Zuvor hatte er jahrelang Salofalk oral genommen und keinerlei Probleme gehabt. In der Untersuchung bin ich auf einige Ungereimtheiten gestoßen (die ich vorher nicht gefunden hatte) und zu guter Letzt die "Lösung": das Treibgas des Medikaments hatte toxische Wirkungen auf den Patienten!

 

Falls Sie diesen Blogartikel lesen sollten und ähnliche Erscheinungen an sich beobachtet haben sollten, oder Ihre "gewohnten" Medikamente plötzlich "neue" Zusatzstoffe enthalten sollten, die vorher nicht drin waren, teilen Sie mir dies bitte mit, indem Sie das Kontaktformular dieser Seite nutzen!

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Kommentare: 16
  • #1

    Franz Schiener (Sonntag, 14 Juli 2013 20:05)

    Daher auch meine Ablehnung von Generika, hier gibt es auch immer wieder unerwünschte Nebenwirkungen auf Grund der geänderten Zusammensetzung des Medikamentes. Ganz schlecht ist der ständige Wechsel bei einer Dauermedikation, wie es bei chronisch Kranken immer wieder der Fall ist.
    Prinzipiell ist nichts gegen Generika zu sagen, aber die Wirkung sollte vom Patienten erprobt sein!

  • #2

    Ver Nie (Montag, 15 Juli 2013 07:56)

    Das ständige Wechseln der Wirkstoffe durch die ständig verscheidenen Generika. ich frag mich da, ob die dann wirken können, wenn der Körper sich teilweise bei jeder neuen Packung wieder an andere Zusatzstoffe gewöhnen muß?
    Ich vertrage Mesalazin nicht. Salofalk hab ich erbrochen. Kann daher keine weiteren Erfahrungen beitragen.

  • #3

    Andreas Ulmicher (Montag, 15 Juli 2013 08:22)

    Erst mal vielen Dank für Ihre Erfahrungen,

    Anscheinend haben wir hier in Deutschland mittlerweile ein Problem mit patentgeschützten Arzneimitteln UND mit Generika.

    Nach allem, was ich so (auch von Ärzten) gehört habe, werden patentgeschützte Präparate hier zum teilweise 8-15-fachen Preis gegenüber dem europäischen Ausland vermarktet (z.B. Spanien). Generika werden ständig mit veränderten Hilfsstoffen versehen. Wer als Pharmazeut für mehr als 5 Cent nachdenkt, MUSS ahnen, dass Aspartam zu den Stoffen zählt, die Crohn- und Colitispatienten nicht gerade eben gut tun.

    Was umso schlimmer wiegt, als dass man auf die Basistherapeutika auch heute nicht verzichten kann...

  • #4

    Antje schlichter (Freitag, 13 Mai 2016 16:43)

    Ich nehme seit 3 Tagen claversal ich bin der Meinung mir geht es schlechter damit übelkeit und mehr Durchfall kann es vom dem Süßstoff kommen ich habe Morbus crohn

  • #5

    Andreas Ulmicher (Freitag, 13 Mai 2016 19:16)

    Sehr geehrte Frau Schlichter,

    Das ist sehr gut möglich. Aspartam ist bei mir aktuell der einzige Stoff, der noch Durchfall provozieren kann. Demnach bei Crohn-Patienten erst recht, nachdem ich dies auch bei vielen Gesunden beobachtet habe.

  • #6

    Katha Müller (Donnerstag, 23 Juni 2016 21:17)

    Ich habe die Diagnose bekommen, das ich wohl kein Morbus crohn habe. Es soll wohl eine erlergische Reaktion sein. Auf was kann mir jedoch leider keiner sagen. Ich habe jetzt seit Oktober 2015 claversal eingenommen und mir ging es damit sehe gut. Seit 2 Wochen nehme ich nun salofalk und mir geht wieder sehr schlecht. Ich habe schmerzen im Unterleib, Übelkeit und durchfall.

  • #7

    Janine E. (Samstag, 06 Mai 2017 21:36)

    Ich habe seit 2 Jahren Colitis Ulcerosa angefangen würde bei mir mit Claversal, was bei mir zu unwahrscheinlich schmerzhaften Blähbauch und Übelkeit führte. Dann Umstellung auf Budenofalk Schaum der half,es besserte sich ,allerdings fing nach Absetzen alles wieder von vorne an. Dann Salofalk Schaum den vertrug ich gar nicht. Es brannte alles ich bekam Pilzinfektionen davon und Übelkeit und Erbrechen. Dann Salofalk Klismen in allen Wirkstoffmengen 3g......2g usw. Und wieder nur verschlimmert.Dann sagte man mir ich würde Mesalazin wohl nicht vertragen und wollte mir ein Immunsuppressiva verschreiben. Ich lehnte ab und sagte wir machen noch einen Versuch mir Salofalk sticks 3g und was soll ich sagen seit dem geht es mir gut. Bin jetzt auf 1,5 g runter und muss es noch 12 Monate nehmen, dann wird versucht es abzusetzen.

  • #8

    Kombinator69 (Freitag, 05 Januar 2018 21:29)

    Hallo,
    habe seit 6 bis 7 Jahren Colitis Ulcerosa. Habe am Anfang Asacol Tabletten bekommen, wovon ich Nierenschmerzen bekam. Danach 1,5g Claversal Micropellets, das war gut verträglich. Bei einem Schub hatte ich meist eine Darmschwellung im linken Unterbauch die bis hin zum Darmverschluss ging, welcher sich nach Zuführung von täglich 2 Salofalk Klismen, und zweimal täglich 2 Beutelchen Claversal nach zwei Tagen langsam löste. Nach circa 4 bis 5 Tagen war das schlimmste dann meist ausgestanden, und ich kam wieder auf die Toilette und danach in die Remission. Habe dann Flohsamen regelmäßig zu den Mahlzeiten genommen, und täglich einen Beutel Claversal. Danach hatte ich meist mehrere Monate Ruhe bis zum nächsten Schub. Nachdem ich zwei meiner drei Firmen verkauft hatte und fast keinen Stress mehr, hatte ich kein Mesalazin mehr genommen, und dennoch fast 4 Jahre keinen Schub mehr! (Also Stress weglassen oder vermindern, dann geht's besser) Leider war bei mir die zweite Häfte 2017 so stressig, daß ich jetzt gerade wieder einen extremen Schub habe, welcher aber jetzt stärker ist, und der Darmverschluss tritt nicht mehr auf, dafür ist der ehemals linksseitige Schmerz(Entzündung) jetzt bis ganz rauf unter den Magen gezogen. Habe jetzt wieder mit Mesalazin angefangen, aber mit Pentasa, da ich jetzt in Polen wohne, und es Claversal hier nicht gibt. Das mit Pentasa geht garnicht, denn es hilft mir nicht und mir taten wieder die Nieren weh. Habe es gegen Salofalk Tabletten ausgetauscht, und das geht. Ausserdem habe ich Entocort bekommen(Kortison) was ich vor zwei tagen das erste Mal nehmen musste, da der Schmerz auch nach 4 Tagen Salofalk 4g täglich nicht weichen wollte. Habe dann das erste Mal wieder Nachts schlafen können. Jetzt wird es langsam besser. Mal schaun wie es weiter geht, will höchstens 3 tage Kortison nehmen, und es dann langsam absetzen.(ausschleichen) denn ich denke es geht in ein paar Tagen wieder mit Salofalk allein.
    Allen Gute Besserung hier, und eine Schubfrei Zeit
    Euer Kombi

  • #9

    ErwinS (Mittwoch, 07 März 2018 13:43)

    Interessanter Hinweis. Das habe ich nämlich damals auch festgestellt und dem Hersteller dazu ein Anfrage geschickt. Anwort: keine

  • #10

    Stephanie Westermann (Samstag, 31 März 2018 07:46)

    Ich habe jetzt seit 24 Jahren Morbus Chron. In den ersten Jahren nach Diagnose habe ich Salofalk genommen was ich auch gut vertragen habe. Dann aber das medikment abgesetzt und jahrelang keine medikamente genommen. Jetzt hat man mir Mesalazin verschrieben und ich habe noch mehr Durchfall und Erbrechen bekommen. Dann hat man mir Salofalk verschrieben weil man dachte ich reagiere auf einen Zusatzstoff aber leider auch das gleiche. Kann es sein das mein Körper das Melasazin garnicht mehr vertrage???

  • #11

    Andreas Ulmicher (Samstag, 31 März 2018 16:08)

    Sehr geehrte Frau Westermann,

    Es ist möglich, dass sich durch ein (für Sie eventuell unbemerktes) Ereignis Ihre immunologische Konstellation verändert hat und dass Sie DAHER den Wirkstoff nicht mehr vertragen. Ist allerdings selten. Hinweise: wenn sich der Verlauf der Krankheit verändert hat, irgendwann mal eine längere Erkältung bestanden hat, bestimmte Lebensmittel nicht mehr vertragen werden.

  • #12

    Dietmar (Freitag, 13 April 2018)

    Vielen Dank für diesen Bericht .Bei mir wurde eine Kolitis unbekannter Ursache festgestellt
    (Biopsie fehlt noch).
    Ich bekam von meinem Internist Salofalk verschrieben und es wurde mit dem Durchfall so
    schlimm , dass ich dachte die Krankheit geht zum Höhepunkt.
    Irgendwie fiel mir aber auch , dass es besonders schlimm wurde mit der Einnahme des
    Medikamentes.
    Tatsächlich habe ich eine Aspertamunverträglichkeit , ich kann nicht mal zwei Bonbons
    lutschen wo der Süßstoff drin ist .
    Habe ich die Inhaltsstoffe mir wohl nicht genau angeschaut.
    Ich höre mit Salofalk sofort auf .
    Ich stand heute unter der Dusche und da lief das unkontrolliert aus mir raus .
    Jetzt verstehe ich das auch .
    In Zukunft schaue ich ganz genau , was ein Medikament beinhaltet

    Vielen Dank für den Hinweis
    Ich weiß jetzt schon , dass es mir heute Abend besser geht

  • #13

    Karin (Samstag, 21 Juli 2018 17:16)

    Ein Bekannter hat schon über 15 Jahre CU.
    Nun hat er seit fast 8 Monaten unerklärliche grippeähnliche Sympthome, Husten, Schwäche,... Der Hausarzt hat wohl schon jedes Antibiotika durchprobiert.
    Kann es ein, dass er Salofalk 500 plötzlich nicht mehr verträgt und es Nebenwirkungen sind?

  • #14

    Andreas Ulmicher (Sonntag, 22 Juli 2018 09:45)

    Möglich ist vieles. Solche wie von Ihnen beschriebenen Nebenwirkungen würde ich aber eher bei den Klysmen erwarten.

  • #15

    Christine (Mittwoch, 10 Oktober 2018 17:15)

    Ich (64) habe seit 25 Jahren CU. Die ersten Jahre waren schrecklich. das volle Programm, wie oben beschrieben. Aber trotz Totalbefall, also gesamter DD befallen, nehme ich seit ca. 10 Jahren täglich 1,5 g Salofalk Granulat und habe keinerlei Beschwerden mehr. Die Klysmen habe ich nicht vertragen, den Schaum gleich gar nicht. es brannte wie Feuer.
    Das Salofalk Granulat ist einfach das Beste und mein GE ist überaus zufrieden mit mir. Selbst die vielen Divertikel halten nun schon paar Jahre die "Klappe"!

  • #16

    Andreas Ulmicher (Mittwoch, 10 Oktober 2018 20:04)

    Das ist gut, dass es für Sie funktioniert. Meines Wissens enthält das Granulat kein Aspartam.