Morbus Crohn - Colitis ulcerosa: hat eine Amalgamsanierung immer Priorität?

Das ist auch so ein Mythos, der offensichtlich nicht aussterben will...

 

Nach einer Forumsdiskussion über alternative Heilmethoden im Allgemeinen und dem üblichen Geschwafel über die "Quacksalber und Scharlatane" (Foreninterne Bezeichnungen für Heilpraktiker) wurde von einem User in einem bekannten Selbst-"Hilfe"-Forum für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen ein Manifesto über Amalgamsanierung verfasst. Sinngemäß:

 

"Ein Heilpraktiker (Quacksalber, Scharlatan...^^) sagt immer erst einmal, alle Amalgamplomben müssen raus, sonst kann man nicht gesund werden. Ich hab's gemacht und keine Besserung!"

 

Ich kann zwar nicht für meine lieben Berufskollegen sprechen, aber das mit dem "zuallererst Amalgamplomben raus!" ist erstens ein Mythos und zweitens unhaltbarer Schmarr'n.

 

Wenn ein Morbus Crohn- respektive Colitis ulcerosa-Patient eine Heilpraktiker-Praxis aufsucht, ist er / sie in aller Regel "austherapiert", nimmt wenigstens drei, vier verschiedene Medikamente und ist dennoch gesundheitlich in einem desolaten Zustand.

 

Das Allerletzte, was ich in so einem Zustand empfehle, ist eine Amalgamsanierung (falls vorhanden, was auch nicht immer der Fall ist). Warum:

 

  1. Fräst man Amalgamplomben unsachgemäß (d.h. ohne Kofferdamm und entsprechenden Schutz der Mundschleimhaut) hinaus, wird der Patient so ungefähr mit dem 100-fachen an Quecksilber belastet, was in einem halben Jahrzehnt von den Füllungen freigesetzt wird. Das grenzt an Selbstmordversuch!
  2. Im Schub sollte man noch nicht einmal eine sachgemäße Amalgamsanierung vornehmen (Kofferdamm, nie mehr als zwei Plomben auf einmal, danach Schwermetallentgiftung, danach das Ganze von vorn)
  3. Der Belastung nicht nur einer Sanierung, sondern auch einer Entgiftung, ist ein MC- beziehungsweise CU-Patient erst dann gewachsen, wenn er einen guten Gesundheitszustand bei einem Minimum an Medikamenten erreicht hat. Klartext: unter Immunsuppressiva wie Azathioprin oder unter Biologicals wie Adalimumab kann man Amalgamentgiftung vergessen!

Eine Amalgamsanierung ist irgendwann einmal wünschenswert. Aber das ist in den seltensten Fällen am Anfang einer Behandlung. Je nach Stärke und Auswirkung der Belastung auf den Organismus steht das Ganze auf der Prioritätenliste mal mehr, mal weniger weit vorne.

 

Und (auch aus dem Forum): klar ist das Ganze teuer. Aber mit der richtigen Anleitung bringt es auch was. Bei mir persönlich hat eine Schwermetallausleitung nach Dr. Klinghardt den letzten Analfissuren und Exzemen den Garaus gemacht (danach nie wieder was in der Richtung gehabt, geschweige denn eine Fistel!)

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