Wie eine wissenschaftlich-medizinische Institution Ernährung bei Morbus Crohn / Colitis ulcerosa sieht

http://www.youtube.com/watch?v=NAQq-OnVrIQ


Zu Beginn dieses Blogeintrages muss ich sagen, dass es sich bei der Veröffentlichung um ein Podcast einer Schweizer Institution handelt. Nach alldem, was ich bisher so beobachtet habe, machen die Schweizer von „schulmedizinischer“ Seite her vieles besser als die Deutschen.


Allerdings konnte ich mich während des Vortrages des Eindrucks nicht erwehren, als dass die Ernährungsempfehlungen im Grunde genommen denen einer völlig gesunden Person unter völlig normalen Umständen entsprechen. Zumindest, dass die Ernährungsempfehlungen für die Remission, also das Fehlen von Krankheitssymptomen angeht.


Als irritierend empfand ich die Empfehlung, in Phasen der Krankheitsruhe 2-3 Portionen an Milchprodukten pro Tag zu konsumieren sowie auch regelmäßig Vollkornprodukte zu essen. Das läuft all meinen bisherigen Erkenntnissen über chronisch-entzündliche Darmerkrankungen zuwider. Mit vielen Patienten habe ich bis heute den Eindruck, dass selbst in Phasen geringer ist nicht vorhandener Krankheitsaktivität Milchprodukte kaum vertragen werden, Vollkornprodukte in rund 50 % aller Fälle nicht. Gerade bei unlösbaren Ballaststoffen ist ja auch die Vorgeschichte ein Thema. Sie können sich in einer Remission befinden und dennoch eine Darmstenose haben, die den Verzehr gerade von unlöslichen Ballaststoffen problematisch macht.


Außerdem hat mich der Umgang mit Fetten irritiert. Zwar wird richtigerweise erwähnt, dass Omega-3-Fettsäuren entzündungshemmend wirken, die empfohlenen Öle (Rapsöl und Olivenöl) enthalten allerdings weniger im Verhältnis davon als die besten Öle: Walnussöl, Hanföl und Leinöl.


Zum Schluss noch ein Wort zu den empfohlenen Trinknahrungen: der süße Geschmack ist nicht nur irritierend, sondern kann zu einem echten Problem werden. Viele Menschen insbesondere mit Morbus Crohn haben eine sekundäre Fructoseintoleranz, wobei Fructose ein so genannter Einfachzucker ist (ein „Monosaccharid“) und daher in diesem Trinknahrung auch vorkommen darf. Sollte der süße Geschmack auch noch von Süßstoffen herrühren, ist meine Empfehlung ganz klar: Finger weg! Mehr als einmal habe ich es erlebt, dass ein Schub durch den Genuss eines Süßstoffs ausgelöst wurde!

 

Trotz allem: Sehen Sie sich das Video an...es ist immer noch besser, als sich gar nicht mit Ernährung zu beschäftigen! Und sei es nur als Lehrstück...!

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