Protonenpumpenhemmer - Freund oder Feind?

vielen Patienten, die eine längere Therapie mit Cortison machen oder machen müssen, bekommen zum Schutz ihrer Magenschleimhaut Omeprazol verordnet. Dabei handelt es sich um einen Protonenpumpenhemmer. Damit ist die Säurebildung im Magen deutlich reduziert. Allerdings ist dabei noch etwas anderes deutlich reduziert: nämlich die Verdauungskraft. Und zwar insbesondere die von Eiweiß. Und da können Dinge geschehen, die sich - ganz abseits von Morbus Crohn selbstständig machen und eine gewisse Eigendynamik entwickeln.

 

So hatte zum Beispiel eine Patientin trotz der klassischen Stelle der Entzündung bei Morbus Crohn - im Übergangsbereich zwischen Dünn-und Dickdarm - überwiegend linksseitig Beschwerden. Nämlich im Bereich des absteigenden Dickdarms. Dazu sprach die Patienten auf die üblichen Immunsuppressiva überhaupt nicht an, und ihre Blutwerte waren trotz massiver Beschwerden im grünen Bereich. Des Rätsels Lösung: langjährige Therapie mit Omeprazol hat zu einer massiven Eiweißverdauungsstörung geführt. Das Resultat war eine hochgradig veränderte Dickdarmflora mit entsprechenden Beschwerden.

 

Ich habe öfter erhebliche Gesundheitsprobleme im Zusammenhang mit der Einnahme von Protonenpumpenhemmern in der Praxis beobachtet. Dies ist kein Einzelfall. Das sollte man doch einmal darüber nachdenken, was schwerer wiegt: nimmt man nämlich in Kauf, dass für den Schutz der Magenschleimhaut die Verdauung nicht unerheblich beeinträchtigt wird, kann das gerade bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen zu einem schweren Problem werden.

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