Kann man anhand einer Remission den weiteren Krankheitsverlauf abschätzen?

Nichts Neues aus dem Feld der Forschung...

 

Wer Nachrichtenartikel wie diesen hier bei Innovations-Report liest, erhält den Eindruck, dass die medizinische Forschung auf der Stelle tritt. Eine Behauptung auf dem Internisten-Kongress des DGIM macht allerdings stutzig: "Zudem können wir den weiteren Krankheitsverlauf anhand der Heilung der Schleimhaut im Darm viel besser abschätzen!" 

 

Können die das?

 

Erstens wird hier heiklerweise der Begriff "Heilung" in den Mund genommen. Na ja, o.k., gemeint war vielleicht "Remission". Zweitens lässt sich der Krankheitsverlauf nicht anhand einer Remission abschätzen, sondern anhand des bisherigen Krankheitsverlaufs. Und dabei lassen sich durchaus immer wieder Kuriositäten entdecken, denen der Patient vielleicht keine weitere Bedeutung beimisst, die aber im Einzelfall sehr wichtig werden können für die Abschätzung der Ursachen - die sind nämlich individuell verschieden.

 

So war das erste, was ich bei mir festgestellt habe, mit schönster Regelmäßigkeit eine Erkältung am Ende eines Krankheitsschubes. Was macht diese Sache so besonders? Z.B.

 

  • Die Tatsache, dass ein "kleines Schleimhautproblem" am Ende eines "großen Schleimhautproblems" auftrat?
  • Die Tatsache, dass das Immunsystem offensichtlich eine "Banalität" zulässt, während ein echtes Problem endet
  • Vielleicht sogar eine Aussage über den Zustand des Immunsystems im Allgemeinen am Ende eines schwächenden Schubs? Siehe auch hier...

Eine einzelne Remission sagt über den Krankheitsverlauf nichts aus. Der gesamte bisherige Krankheitsverlauf jedoch eine Menge. Vor allen Dingen, wenn man scheinbare "Nebensächlichkeiten" berücksichtigt. Schließlich hat der Umstand, dass ich mich am Ende jedes Krankheitsschubs mit einer Erkältung herumschlagen musste, mich überhaupt erst dazu gebracht, über mich und meine Krankheit nachzudenken.

 

Und ich denke, dass dieser Umstand nicht ganz unbeteiligt an der Tatsache ist, dass ich nun schon beinahe anderthalb Jahrzehnte beschwerde- und medikamentenfrei bin...

Kommentar schreiben

Kommentare: 0