Pressepropaganda aus der "Schmerzhölle"

Wenn Sie bei Google in der Speedbar auf "news" klicken und ins Suchfeld "Morbus Crohn" eingeben, werden Sie auf folgende Schlagzeilen treffen:

 

  1. Irgendein Pharmakonzern "Beta-Testet" irgendwelche neuen Biologicals, die es hofft, für die chronisch-entzündliche Darmerkrankung zugelassen zu bekommen
  2. Irgendwelche Selbsthilfevereinigungen tagen, zu denen auch Ärzte kommen, die dann unisono verkündern: "wir sind noch nicht weiter, es gibt derzeit noch keine Hoffnung auf Heilung"
  3. Niederschmetternde Artikel über Einzelschicksale, die Hoffnungslosigkeit verbreiten, wie beispielsweise dieser hier

 

Mittlerweile muss ich gestehen, dass diese Artikel, na ja, nerven. Irgendwie macht es ein bisschen den Eindruck, als ob dieses "macht euch bloß mal keine Hoffnungen" von irgendeiner Seite ausdrücklich sanktioniert  wird.

 

Ich will mich diesem Trend mal entgegenstellen und ein bisschen Hoffnung verbreiten.

 

Ich bin 1987 mit Morbus Crohn diagnostiziert worden. Wie es mir damals ging, davon vermittelt dieser kleine Abschnitt aus meiner Krankenakte vielleicht einen kleinen Eindruck:

So, wie geht es mir nun heute?

 

Ich bin immer noch 1,87m groß, genau wie damals. Aber im Gegensatz dazu wiege ich heute nüchtern knapp 96 kg. Ich hatte letztes Wochenende einen starken grippalen Infekt mit Fieber (38,5°C), Husten, Nasenlaufen, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schlappheit, allgemeinem Unwohlsein.

 

Was denken Sie, hatte ich für Darmsymptome?

 

Keine.

 

Mein Lieblingsessen ist rotes Thai Chicken Curry mit Kokosmilch. Ziemlich scharf. Das mein Bauch im Übrigen nicht einmal registriert (wenn ich ein paar Cashew-Nüsse dazu gebe, bekomme ich sogar Verstopfung davon!).

 

Vor 15 Jahren habe ich das letzte mal rezeptpflichtige Medikamente gegen den Crohn genommen. Vor 13 Jahren die letzten rezeptfreien (Mutaflor). Das letzte Mal so was wie Durchfall hatte ich vor 9 Jahren.

 

Was ich gemacht habe?

 

Erstens hart an mir gearbeitet und zweitens nicht auf den ganzen Quatsch gehört, den andere über die Krankheit verbreiten! Und sollten Sie auch weiterhin nichts über die Leute hören, die Ihre chronisch-entzündliche Darmerkrankung eindrucksvoll im Griff haben, dann liegt das nicht daran, dass es sie nicht gibt!

 

Man lässt sie vielleicht nur nicht zu Wort kommen...

 

"Alle waren der Meinung: das funktioniert nicht. Dann kam einer, der nicht wusste, dass es nicht funktioniert, und hat es einfach getan..."

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