Wie ist das eigentlich mit dem so genannten "Bauchhirn"?

Die Wissenschaft wollte lange genug nichts davon wissen. Aber in den letzten Jahren wachsen Forschungsbemühungen, die den Zusammenhang zwischen Emotionen - vor allem negativen - und Unwohlsein im Bauch näher untersuchen wollen.

 

Gefühle von Stress und Depressionen lassen sich offensichtlich zumindest zu einem Teil auf die Zusammensetzung der Darmflora zurückführen. Dies wurde an den Versuchen an Ratten und Mäusen bereits dargestellt. Das vermittelnde Glied wird in den so genannten „Zytokinen“ gesehen, die im Darm Stress vermitteln. Bei einer Veränderung der Zusammensetzung der Darmflora oder bei einer durchlässigeren Darmschleimhaut, wie das beispielsweise beim Leaky-Gut-Syndrom der Fall ist, verändern sich Verhalten, Stresstoleranz und Anfälligkeit für emotionale Schwankungen.

 

Wissenschaftler schließen daraus, dass auch die Umkehrung möglich ist: so könne man beispielsweise über Hormone wie Ghrelin oder Peptide vom Darm auf den Gemütszustand einwirken. Damit ergeben sich nicht nur neue Behandlungsmöglichkeiten für Reizdarm, sondern auch für verschiedene psychische Probleme.

 

Hier geht‘s zum Artikel: http://derstandard.at/1361241233299/Im-Bauch-der-Gefuehlswelt

 

Kommentar:

 

einmal mehr ein Beweis dafür, dass Zusammenhänge, die in der Naturheilkunde schon seit etlichen Jahrzehnten bekannt sind, mittlerweile von der Schulmedizin erforscht und bestätigt werden. Allerdings ist der Zusammenhang zwischen Darm und Gefühlen keineswegs eine Einbahnstraße: natürlich beeinflussen sie auch umgekehrt mit ihren Emotionen das Innenleben ihres Darms. Sie können nicht mit letzter Bestimmtheit sagen, an welchem Punkt die Ursache sitzt. Sie können auch über ihre Emotionen unbewusst ihr Essverhalten steuern, und damit wiederum auf den Darm einwirken.

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