Morbus Crohn und MAP - nichts Genaues weiß man nicht...

 

Es gibt immer mal wieder diese Artikel im Internet, die zwar an sich sehr gut sind, gut recherchiert und schön zu lesen. Die aber trotzdem klarmachen, dass die Wissenschaft in mancher Hinsicht den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht.

 

So zum Beispiel in diesem Artikel von Deutschlandradio:

 

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/forschak/2039726/

 

besonders interessant ist die Stelle, wo darauf hingewiesen wird, dass die Anzahl der Neuerkrankungen an Morbus Crohn besonders dort zunimmt, wo am meisten Milch und Hamburger konsumiert werden. Hier zieht man eine direkte Verbindung zwischen dem MAP Bakterium und der chronisch-entzündlichen Darmerkrankung. MAP ist der Erreger, der die Paratuberkulose verursacht. Er wird in vielen Untersuchungen mit dem Auftreten von Morbus Crohn bei Menschen in Verbindung gebracht.

 

Weil das verwendete Fleisch für die Hamburger und natürlich auch Milch die höchsten Konzentrationen an MAP enthalten soll (soll!), Schließt man daraus, dass es im Zusammenhang mit der erhöhten Neuerkrankungsrate bei Morbus Crohn steht. Hier ist der Blick einmal wieder so stur auf eine Sache gerichtet, dass man im wahrsten Sinne des Wortes den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht.

 

Bei pasteurisierter Milch werden die Paratuberkulose-Erreger mit 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit abgetötet. Ebenso werden auch die Enzyme abgetötet, die bei der Eiweißverdauung der an sich recht schwer verdaulichen Milch helfen. In Hamburgern wird nicht nur Rindfleisch verarbeitet, sondern auch Fett: um genau zu sein erhitztes Pflanzenfett. Wie man sich bei Schnellrestaurants denken kann, sehr oft und sehr lange erhitztes Pflanzenfett.

 

Fällt Ihnen etwas auf?

 

Wenn ein erhöhter Milchkonsum oder ein erhöhter Konsum an Hamburgern zu einer steigenden Erkrankungsrate von Morbus Crohn führt, muss das sicherlich nicht unbedingt etwas mit dem Paratuberkuloseerreger zu tun haben. Kann, muss aber nicht. In pasteurisierter Milch haben wir besonders schwer verdauliches Eiweiß. In Fastfood-Hamburgern haben wir viele so genannte Trans-Fettsäuren. Beides kann langfristig die Verdauung beeinträchtigen und Entzündungsprozessen fördern.

 

Weiter reden muss ich sicher nicht. Zählen Sie jetzt einfach nur einmal eins und eins zusammen, und denken Sie sich ihren Teil, lieber Leser…

 

 


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