Erstaunlicher Zusammenhang zwischen Crohn und Depressionen bei Frauen untersucht

Depressionen in der klinischen Vorgeschichte bei Frauen in Verbindung gebracht mit Morbus Crohn - aber nicht mit Colitis ulcerosa

 

Zu diesem Schluss kommt zumindest eine Studie, die vor 5 Tagen im Medical Express veröffentlicht wurde (Leider wieder nur auf englisch - die interessanten Sachen brauchen immer lange, bis sie es in die deutsche Presse schaffen...)

 

http://medicalxpress.com/news/2013-01-depressive-symptoms-tied-crohn.html

 

Das Depressionen über den Abfall von gewissen Nervenbotenstoffen wie Serotonin, Dopamin, Noradrenalin etc. das Immunsystem beeinflussen, ist schon lange klar. Unklar ist allerdings: wieso ist das Risiko für Crohn erhöht, aber das für Colitis ulcerosa nicht? Nach der Studie haben jedenfalls Frauen mit einer Vorgeschichte mit Depressionen in den letzten Jahren ein zweifach höheres Risiko, an Morbus Crohn zu erkranken.

 

Erklären lässt sich das relativ leicht: um in eine Depression zu gelangen, bedarf es einer längeren Phase empfundenen (psychischen), aber in manchen Fällen auch körperlichen (oxydativen / nitrosativen) Stresses (was man dann auch als "endogene Depression" bezeichnet), wobei die Depression eine Gegenreaktion auf den Stress-Reiz darstellt, oder anders ausgedrückt: der Körper wird in die Erholung "gezwungen", wobei die subjektive Empfindung von Erholung natürlich nicht gegeben ist. Dabei werden allerdings Prozesse in Gang gesetzt, die das Immunsystem anregen: ich bin mir ziemlich sicher, dass u.a. der Kalzium-Haushalt subtil hormonell verändert wird, dass die "Response" des unspezifischen Immunsystems (Lymphapparat, Fresszellen, Mastzellen etc.) auf Probleme anders ist und sich unter diesen Umständen mittelfristig u.A. eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung entwickeln kann.

 

Im Übrigen halte ich die Entwicklung einer CED im allgemeinen aus einer "endogenen" Depression für wahrscheinlicher als aus einer "psychischen" Depression, da bei der ersteren auch chemische Stoffe Hormone und Nervenbotenstoffe verändern oder blockieren können. In meinem Therapie-Ratgeber habe ich diese Zusammenhänge angesprochen...

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