Chronische Darmentzündungen, Forschung kurios: kann eine „Stuhltransplantation“ Colitis stoppen?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Vorstellung, fremden Stuhlgang in den eigenen Darm zu bekommen, besonders angenehm ist. Allerdings birgt dieses Verfahren auch eine Chance: durch den „gesunden“ Stuhl soll sich im kranken Darm mit veränderter Darmflora wieder ein gesünderes Milieu etablieren.

 

Eine kanadische Universität arbeitet derzeit daran, das Verfahren zu standardisieren. Standardisieren heißt: „genormter“ Stuhl. Man entnehme Stichproben von vielen verschiedenen gesunden Probanden und bilde aus den Ergebnissen sozusagen die Schnittmenge: bestimmte Anteile verschiedener Bakterien in einem bestimmten Verhältnis zueinander – schließlich machen Bakterien ja fast die Hälfte des Stuhls aus, pH-Wert, sonstige Zusammensetzung und so weiter.

 

Klingt so ein bisschen wie das „standardisierte“ Probiotische Medikament und steht etwas auf Kriegsfuß mit der (relativ neuen) Erkenntnis der Schulmedizin, dass jeder Darm seine individuelle Zusammensetzung und sein eigenes Milieu ab. Heißt: zwei Menschen können einen gesunden Darm haben, aber deswegen hat der Andere trotzdem ein Drittel mehr Bacteroides und die Hälfte weniger Acidophilus, und so weiter.

 

Jetzt könnte man argumentieren: das, was der Kranke als Endergebnis „hinten rein bekommt“, ist auf jeden Fall besser als das, was er bereits drin hat – logisch, sonst wäre er nicht krank geworden. Mich hingegen beschleicht das dumpfe Gefühl, dass die Hilfe, wenn sie denn funktioniert, doch wieder vorübergehender Natur ist und ständig wiederholt werden muss – genauso wie man ein Medikament oder ein Probiotikum immer wieder einnimmt.

 

Wen’s interessiert, zur Meldung geht’s hier:

 

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/forschak/1980464/

 

Wie man die Darmflora auf natürliche Weise wieder in Ordnung bringt erfahren Sie hier

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