Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen - Nahrungsergänzungsmittel: Aufpassen!

Die Frage stellt sich zwangsläufig für jeden Patienten einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung irgendwann: "Soll ich Nahrungsergänzung nehmen?"

 

Wenn der Darm wenig aufnimmt, liegt es nahe, eventuell fehlende Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und vor allen Dingen Antioxidantien per Pille zu ergänzen, und in diesem speziellen Falle ist im Prinzip nichts dagegen einzuwenden. Bis auf eine Kleinigkeit:

 

Achten Sie genau, was außer den "erwünschten" Stoffen in der Pille drin ist.

 

Da ist zum einen Magnesiumstearat. "Das Magnesiumsalz der Stearinsäure - was ist daran denn schlimm?" argumentieren Wissenschaftler und Nahrungsergänzungs-Experten. Na ja, schlimm wäre ein bisschen übertrieben. Aber es ist wahrscheinlich, dass Magnesiumstearat die reguläre Aufnahme von Mikronährstoffen aus Nahrungsmitteln behindert - was es dem sowieso schon kranken Darm noch schwerer macht. Allerdings: ob die dafür notwendigen Mengen in den Nährstoffpillen dann tatsächlich erreicht werden, darüber ist man sich uneins.

 

Viel bedenklicher ist Titandioxid, oder E 171. Die Online-Zeitschrift "Volkskrankheit.net" war so frei, diese in einem sehr schönen Artikel über Colitis ulcerosa zusammenzufassen. Einiges über E 171 habe ich auch in meinem Ernährungsratgeber geschrieben.In dem lesen Sie übrigens alles über bedenkliche E-Nummern bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, das Sie wissen müssen. Ich habe dem Problem ein ganzes Kapitel gewidmet.

 

Außerdem sollten Sie gerade bei fettlöslichen Vitaminen (A, D, E und K) darauf achten, dass Sie keine künstlich hergestellten verwenden. Diese enttarnen sich an der Endung -yl vor dem Namen des Salzes (also Acetat, Palmitat und wie sie alle heißen).

 

Beispiel:

 

Gut: "Tocopherolacetat"

Nicht gut: "Tocopherylacetat"

 

 

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