der Zusammenhang zwischen rheumatischen Erkrankungen und chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen

Rheumatische Erscheinungen können als Begleiterkrankungen einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung auftreten, das ist bekannt: Kniegelenksentzündungen, Kreuzbein-Darmbein-Gelenksentzündung („Sacroileitis“) und Morbus Bechterew sind die drei häufigsten Begleiterscheinungen einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung. Sie sind ebenfalls entzündlich und ein Hinweis darauf, dass erstens das Immunsystem mitbeteiligt ist und zweitens, dass es sich bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen um Allgemein- und nicht nur um Darmerkrankungen handelt.

 

Was in der Medizin weniger beobachtet wird, was ich aber schon so einige Male beobachtet habe: durch eine Behandlung kann eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung in eine rheumatische Erkrankung, merkwürdigerweise dann völlig ohne jede weitere Darmbeteiligung, übergehen. Dieses Phänomen habe ich bisher dreimal beobachtet und erkläre es mir nach dem gegenwärtigen Kenntnisstand folgendermaßen:

 

Die Ursachen dafür, dass sich „Autoimmunerkrankungen“, also Krankheiten wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, entzündlich-rheumatische Erkrankungen, Psoriasis etc. ineinander überführen lassen, liegen oft im Bereich der Unterbrechung regelrechter hormoneller Prozesse. Ein Beispiel hierfür ist die hormonelle Veränderung des Kalziumstoffwechsels, geregelt durch die Nebenschilddrüse und die C-Zellen der Schilddrüse. So genannte „Hormonelle Disruptoren“, organisch-chemische Substanzen (z.B. Pflanzenschutzmittel, Farben, Klebstoffe, Verdünner, Desinfektionsmittel, Medikamente etc. und ihre Belastungen, auch wenn sie schon vor langer Zeit stattgefunden haben), die hormonelle Prozesse unterbinden oder verringern, können die interne Biochemie des Kalziumstoffwechsels verändern und so indirekt dafür sorgen, dass der Kalziumspiegel in Zellen abnimmt. Das kann auch immunkompetente Zellen betreffen. Es kann auch dafür sorgen, dass der Vitamin-D-Haushalt geändert wird und weniger des Vitamins (das eigentlich ein Hormon ist) für die Steuerung des Immunsystems zur Verfügung steht.

 

Immunologische Prozesse laufen dann unkoordiniert ab, und das kann sich im Prinzip auf jeder Ebene des Körpers zeigen. Mit einer Behandlung können die Prozesse an einer Stelle (z.B. im Darm) unterbunden werden, aber solange die oben genannten „hormonellen Disruptoren“ nicht regelrecht in der Therapie ausgeleitet werden, kann man die Wurzel des Übels nicht angehen, und das Grundproblem wird sich an einer anderen Stelle zeigen: z.B. an Gelenken (Rheuma), am Zentralnervensystem (MS, amyotrophe Lateralsklerose) der Haut (Psoriasis, Weißfleckenkrankheit) oder den Schleimhäuten des Atemtraktes (Asthma, Allergien).

 

Das gilt es in der ganzheitlichen Therapie zu verstehen und ist der Grund dafür, dass solche System-Erkrankungen in diesem Fall nur schlecht auf ganzheitliche Maßnahmen wie Ernährungsumstellung, Basische Anwendungen, Nahrungsergänzungen etc. reagieren. Oft sprechen diese Art von Systemerkrankungen auch auf die üblichen Immunsuppressiva nicht besonders gut an und bleiben ausgesprochen „unspezifisch“, d.h. können nicht genau definiert oder zugeordnet werden, was auch schnell für Frust bei den Betroffenen sorgt.

 

In meinem Therapieratgeber können Sie mehr über das Thema lesen:

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Dr.Backe@t-online.de (Montag, 04 April 2016 20:08)

    Zusammenhang