Nahrungsmittelintoleranzen bei Morbus Crohn: was war zuerst da? (Teil 1)

„…und dann habe ich auch noch eine Laktose-Intoleranz bekommen!“ Wenn man Leidensgeschichten von Morbus Crohn-Kranken durchforstet, kann man den Eindruck gewinnen, dass die Darmkrankheit einen Rattenschwanz von anderen Malaisen nach sich zieht und dass die Zahl der Nahrungsmittelunverträglichkeiten mit der Zeit noch zunimmt, und die Betroffenen immer weniger Essen können. Tatsächlich kann sich bei einer Dünndarmentzündung das Problem einer Unverträglichkeit von Mehrfachzuckern als Folge einstellen, da entweder das Enzymsystem des Dünndarms (Stichwort: Saccharidasen) beeinträchtigt ist, oder die Aufnahme im Dünndarm durch die Entzündung behindert, oder beides.

 

Allerdings: genauso, wie eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung sowohl auf einer Überreaktion, als auch auf einer Schwäche des Immunsystems basieren kann, kann eine Nahrungsmittelintoleranz (oder besser: -aufnahmestörung) auch einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung vorausgehen.

 

Der eigentliche Punkt ist ja, und das ist bereits besprochen worden, dass man eine Aufnahmestörung beziehungsweise eine Intoleranz nicht unbedingt zuerst am Darm bemerken muss, sondern dass sie zu Beginn auch ganz andere, sehr unspezifische Symptome auslösen kann: Müdigkeit beispielsweise oder Hautjucken. Es können sich auch (zunächst!) „normale“ Stuhlgänge einstellen, obwohl grundsätzlich eine Darmträgheit besteht. Eine Resorptionsstörung kann Schritt für Schritt zu einer Belastung der Darmschleimhaut führen und so kleine Entzündungen einleiten, die sich bei einem gegebenen Anlass – beispielsweise einer Infektion – „plötzlich“ ausweiten können: der Beginn einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung…

 

(Teil 2 am Dienstag, den 13.11.2012)

 

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