Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen: Darmkrebsrisiko durch Wundheilung?

Bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa gibt es immer wieder Verwundungen in der Darmschleimhaut, die entstehen und abheilen. Der Heilreiz wird dabei durch einen bestimmten Botenstoff gesetzt. Dieser Botenstoff heißt „Interleukin 22“. Interleukine vermitteln immunologische Antworten. Es gibt ein Eiweiß, das diese Botenstoffe nach Bedarf an- oder abschaltet. Nun hat ein Forscherteam herausgefunden, dass eine zu hohe oder eine zu niedrige Konzentration dieses Botenstoffes mit verantwortlich sein soll für die langfristige Entartung der Darmzellen und somit das Krebsrisiko fördern soll. Und bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen entstehen und heilen wesentlich mehr Wunden in der Darmschleimhaut als in einem „gesunden“ Darm.

 

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Meine Meinung dazu: Ich denke nicht, dass das Krebsrisiko „durch Entzündung erhöht ist“, sondern vielmehr, dass die Krebsentstehung im Enddarm, die meist im Zeitraum zwischen 55. und 60. Lebensjahr deutlich zunimmt, eine Folge der dann rapide allgemein zurückgehenden Abwehrleistung ist. Der „Reiz“ wird dabei nur durch Probleme im Allgemeinen im Darm vermittelt. Denn Krebs ist aus naturheilkundlicher Sichtweise eine Allgemeinkrankheit, egal wo er sich manifestiert. Das Problem muss dabei nicht zwangsläufiger Weise in der Entzündung an sich bestehen, sondern könnte auch die Folge einer langen Unterdrückung der Entzündung sein. Nicht umsonst steht ja auf der Packungsbeilage von Azathioprin: „Langfristig erhöhtes Krebsrisiko“.

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