Morbus Crohn - Colitis ulcerosa: Erfahrungen mit Naturheilmitteln (Teil 2)

In einschlägigen Internetforen wird ebenfalls überwiegend positiv über Huminsäure berichtet. Meine erste Erfahrung war, dass ich nach dem (versuchsweise) Schlucken einer Kapsel zwei Tage nicht aufs stille Örtchen gehen konnte – bei einer normalen Stuhlfrequenz von ein bis zwei Stühlen täglich. Wer also häufigen Durchfall hat, kann enorm von dem Mittel profitieren. In der Tiermast haben Experimente mit Huminsäuren gezeigt, dass auf Antibiotika weitgehend verzichtet werden konnte, da die Tiere wesentlich robuster und gesünder waren. Positive Wirkungen werden auch bei Hautausschlägen und Neurodermitis und sogar bei Erkältungen und Allergien berichtet – nur nicht ganz so durchschlagend.

 

Diese Kombination zweier Naturstoffe kann eventuell Kortisonpräparate ersetzen – oder zumindest reduzieren helfen!


Reine Boswelliasäure vom indischen Weihrauch (H15) ist in Deutschland ja „No-Go“. Es gibt allerdings eine Alternative, und die ist sogar besser: den afrikanischen Weihrauch. Der indische heißt Boswellia serrata, der afrikanische Boswellia carterii. Er wird derzeit als Nahrungsergänzung deklariert und wirkt aufgrund einer sehr speziellen Boswelliasäure rund 4-mal so stark wie indischer Weihrauch, also H15. Boswellia carterii kann als entzündungshemmende Substanz fast das gleiche wie schwache Cortison-Präparate, mit einer Ausnahme: die Entzündung nicht über die Wirkung als Langzeit-Stresshormon zu unterdrücken. Da hilft die Kombination mit sibirischem Ginseng (Taigawurzel, Eleutherococcus senticosus), die den Sympathikus-Nerv stärkt. Mit dieser Kombination ist es mir jüngst gelungen, einen jungen Mann mit CU, der „noch nie“ unter 30 mg Prednisolon gekommen ist, komplett auszuschleichen unter nur leichten Colitis-Symptomen.

 

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Kommentare: 6
  • #1

    Bernd (Sonntag, 15 November 2015 14:27)

    Würde dies auch gern mal bei meiner Cortison-Therapie probieren.

    - Ist es möglich ab 30 mg Prednisol einfach zusätzlich dann anzufangen mit afrikanischem Weihrauch + Eleutherococcus?

    - Es heißt Eleutherococcus dämpft Cortisol. Wenn ich nun Cortison-Tabletten einnehme muss ich mir dann Gedanken darüber machen dass diese dann nicht mehr so gut wirken, da Cortison ja doch eigentlich soviel ich es verstanden hab die Cortisol-Menge im Körper erhöht...

  • #2

    Andreas Ulmicher (Sonntag, 15 November 2015 16:20)

    Hallo,

    Das haben Sie missverstanden: Eleutherococcus dämpft die ERHÖHTE Cortisolausschüttung unter Stressbelastung, wie zum Beispiel hier beschrieben: http://ptaforum.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=1841

    In der Naturheilkunde jedoch gehen wir von einer geringeren Cortisol-Ausschüttung aus, da die Nebennierenrinde bei langer chronischer Krankheit erschöpft ist. Insofern ergeben sich sinnvolle Ergänzungen mit Eleutherococcus, wenn die Präparate im Gegentakt eingenommen werden, also morgens bzw. abends. Wenn Sie morgens Kortison nehmen, dann abends Eleutherococcus.

    Präparate wie Huminsäuren sollten mit mindestens zweistündigem Abstand zu Kortisonpräparaten eingenommen werden, da deren Aufnahme sonst verändert wird.

    Natürlich müssen alle Naturheilmittel bei der Einnahme an die individuelle Situation angepasst sein, ich kann Ihnen also nicht definitiv raten oder davon abraten, Eleutherococcus oder ein anderes Präparat einzunehmen. Das muss ein Therapeut machen, der Ihre Situation kennt.

    Herzliche Grüße
    Andreas Ulmicher

  • #3

    Milli (Montag, 04 Juli 2016 12:58)

    Hallo Herr Ulmicher, ich habe CU und bin seit drei Wochen ohne Cortison. Habe wieder Beschwerden (leichte Blutungen), aber ansonsten alles recht stabil. Ohne das Blut wäre eigentlich alles super. Ich nehme seit 02.07.16 nun Weihrauch Carterii. Auf Ihrer Seite habe ich von Blutwurz gelesen. Und, dass dieses blutstillend wirkt (u. a.). Kann man den Weihrauch und den Blutwurz kombinieren?

    vielen Dank und viele Grüße
    Milli

  • #4

    Andreas Ulmicher (Montag, 04 Juli 2016 19:46)

    Hallo,

    Das hängt von der Konsistenz des Stuhlgangs ab. Blutwurz dickt den Stuhlgang nämlich auch ein, das bedeutet: bei festem Stuhlgang oder bei leicht verletzlichen Rissen in der Enddarmschleimhaut geht's eher nicht. Ansonsten sehe ich keine Probleme, ich wüsste auch nicht, dass die beiden Wirkstoffe sich gegenseitig bekämpfen sollten, Wechselwirkungen heraufbeschwören oder ähnliches.

  • #5

    milli (Samstag, 09 Juli 2016 11:58)

    guten tag herr ulmicher,
    ich habe zu b.carterii nochmal eine frage. ich nehme das präparat von the nutri store. verzehrempfehlung 1 pro tag. dies darf laut packung nicht überschritten werden. pro kapsel 400 mg. bei boscari - auch 400 mg pro kapsel - soll man zwischen 1 - 5 kapseln täglich nehmen, um die gleiche wirkung wie cortison zu erzielen. ich verstehe das nicht ganz. habe bisher ganz brav eine kapsel genommen und hatte kaum wirkung. seit gestern nehme ich zwei und finde das schon mal besser. traue mich aber nicht, mehr zu nehmen. aber für mein verständnis müssten doch mehr genommen werden, um die gewünschte wirkung zu erreichen? vor allem, da die gleiche menge pro kapseln enthalten ist. kann man weihrauch "überdosieren"?
    vielen dank und viele grüße
    milli

  • #6

    Andreas Ulmicher (Samstag, 09 Juli 2016 18:00)

    Hallo,

    Die meisten Hersteller geben bei Boswellia C. eine Obergrenze bei der Einnahme an, die etwa dem fünffachen der empfohlenen Tagesdosis entsprechen.

    Meine Erfahrung ist die: Weihrauchpräparate haben von ihrer Wirkung her eine Art "Sättigungskurve": wenn man 2-3x mehr nimmt als die empfohlene Tagesdosierung, steigt die Wirkung auch noch gut an, wenn auch nicht um das 2-3-fache. Nimmt man hingegen noch mehr, ist die Wirkung nicht mehr viel stärker, und ab dem ca. fünffachen der empfohlenen Tagesdosierung stellt sich bei weiterer Steigerung der Dosis keine Verbesserung der entzündungshemmenden Wirkung mehr ein.

    Das sind meine Erfahrungswerte und ich möchte sie nicht verallgemeinern.
    Gruß
    Andreas Ulmicher