Morbus Crohn - Colitis ulcerosa: die Krankheit "akzeptieren"?

Das liest man auch öfter mal in diversen Foren: Man sollte die Krankheit akzeptieren. Das ist natürlich nicht falsch. Allerdings gibt es zwei verschiedene Formen der Akzeptanz. Eine davon ist o.k., die andere ist alles andere als o.k.

 

Kommen wir zuerst zu der Art von Akzeptanz, die ich nicht o.k. finde: Man akzeptiert die Erkrankung, weil ein Arzt / die Medizin im Allgemeinen sagt, die Krankheit ist nicht heilbar, und der Patient hat nichts dagegen in der Hand (z.B. Lebensstil entscheidend ändern). Diese Art von Akzeptanz würde ich eher „Fatalismus“ nennen. Sie ist auch keine wirkliche Akzeptanz in dem Sinne, dass man die Krankheit als Teil von sich akzeptiert, sondern eigentlich eher Resignation, in dem Sinne: „Ich kann ja doch nichts dagegen tun, also muss ich es (notgedrungen) akzeptieren“. Gelegentlich, natürlich nicht immer auch eine Entschuldigung dafür, sich gehen zu lassen.

 

Dann gibt es aber noch die andere Form von Akzeptanz. Und die finde ich sehr gut. Es ist die Art von Akzeptanz, die sagt: die Krankheit ist ein Teil von mir und dieser Teil von mir will, dass ich etwas ändere. Diese Art von Änderungen sind körperlicher, aber natürlich auch in der Natur des Bewusstseins. Viele Autoren haben sich über diese Thematik ausgelassen. Ich denke, beides gehört zusammen, und tägliche (Fehl)Verhaltensweisen können Hinweise darauf geben, was im Bewusstsein geändert werden muss.

 

Ich habe eine schwere Crohn-Krankheit ausgeheilt, im besten Sinne. Natürlich bleiben körperliche (und seelische) Narben zurück. Mit den körperlichen Narben muss ich genauso leben wie jemand mit einer Amputation – auch wenn die körperlichen Narben lange nicht so schlimm sind. Aber sie sind da. Eine ganz andere Sache ist die Krankheit an sich: mit der muss man nur so lange leben, bis man die Änderung im Körperlichen und im Bewusstsein vollzogen hat. Aber es ist möglich, denn:

 

Es existieren HEILUNGSBERICHTE über Morbus Crohn und Colitis ulcerosa,

 

Es existieren auch HEILUNGSBERICHTE über verschiedene Krebsarten, Rheuma, Multiple Sklerose und andere Krankheiten, die von der Medizin als „unheilbar“ eingestuft werden. Nicht viele, aber es gibt sie. Und es gibt noch andere Menschen mit Morbus Crohn, die, genau wie ich, geheilt wurden. Als ich 17 war, berieten 15 Ärzte über mein Schicksal, und 14 davon waren der Meinung, ich würde das 30. Lebensjahr nicht erleben. Mittlerweile bin ich 42, und alle Ärzte von damals sind gestorben. (Ja, wirklich ALLE!). Also habe ich alle Ärzte, die mir ein kurzes, trauriges, qualvolles Leben prophezeit haben, überlebt.

 

Einfach war es nicht gewesen, mich da heraus zu wursteln. Es war lange Zeit wirklich ein „wursteln“, aber heute geht es mir gut.

 

Na ja, o.k., ich könnte mal wieder einen richtigen Urlaub vertragen (den letzten „richtigen“ Urlaub der nicht nur ein Wochenende gedauert hat, hatte ich vor gut 4 Jahren). Aber das steht auf einem anderen Blatt…

 

Ich habe die Krankheit übrigens zu keiner Zeit meines Lebens für mich als „unheilbar“ akzeptiert, bloß weil die Medizin der Meinung ist, sie sei unheilbar!

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Kommentare: 2
  • #1

    Jenni (Freitag, 01 Januar 2016 22:30)

    Und wie konntest du die Krankheit heilen?

  • #2

    Andreas Ulmicher (Samstag, 02 Januar 2016 08:36)

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