Was zum Thema Milchprodukte

Bevor ich mich mit der Diagnose Morbus Crohn konfrontiert sah, habe ich ihrer zu viel konsumiert: Milchprodukte. Wenn man Erkrankte befragt, gehören sie außerdem zu den meistgenannten „No-Go’s“, das heißt sie werden von den meisten schlecht oder gar nicht vertragen. Das hat verschiedene Gründe: Allergien und Intoleranzen sind sehr wahrscheinlich, wobei die Rolle einer Milcheiweißallergie gegenüber der einer Laktoseintoleranz wohl sehr unterschätzt wird. Milcheiweißallergien sind meist subtiler und ihre Auswirkungen treten nicht gleich nach dem Genuss von Milch auf. Sie können eine Milcheiweißallergie haben, essen / trinken ein Milchprodukt und haben drei Tage lang einen Juckreiz auf der Kopfhaut…und bringen das Ganze beim besten Willen nicht mit dem Milchprodukt in Zusammenhang.

 

Als Betroffener einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung werden Sie Unverträglichkeiten und Allergien gegen Nahrungsmittel im Allgemeinen allerdings sehr viel wahrscheinlicher im Darm bemerken.

Es gibt noch weitere Gründe, mit Milchprodukten zurückhaltend zu sein:

  1. Milchprodukte haben sehr komplexe Eiweiße, die einen relativ hohen „Verdauungsaufwand“ erforderlich machen, der wiederum an einen sehr gut funktionierenden Enzymhaushalt gebunden ist
  2. Normalerweise liefert Milch diese Enzyme zumindest zum Teil von Hause aus mit, aber Milchprodukte sind mindestens pasteurisiert – und die Enzyme damit abgetötet. Das macht sie noch schwerer verdaulich
  3. Vorzugsmilch wäre theoretisch eine Alternative – könnte man meinen. In der Naturheilkundeszene Nordamerikas gerade sehr populär, kann Ihnen allerdings niemand garantieren, dass die „natürliche Bakterienpopulation“ in roher Milch für Sie unbedenklich ist. Wenn Sie sich tatsächlich auf so etwas einlassen sollten, sollten Sie sowohl die Kuh als auch den Bauern als auch beider Lebensgewohnheiten sehr genau kennen
  4. Milch enthält neben Kalzium auch ziemlich große Mengen an Phosphaten. In meiner Naturheilpraxis sind Kinder mit Phosphat-Belastungen grundsätzlich innerlich sehr unruhig und emotional extrem unausgeglichen – neben den Nachteilen exzessiven Phosphat-Konsums wirkt sich auch dieser Umstand nicht gerade positiv auf die Verdauung aus.

Alles in Allem sind das Gründe, mit Milch und seinen Produkten eher zurückhaltend zu sein. Aber keine Panik wegen Kalziummangel: probieren Sie mal die grünen Smoothies. Die liefern viel bioverfügbares Kalzium und werden in aller Regel wesentlich besser vertragen als Milch und seine Produkte.

 

Grüne Smoothies sind übrigens in meinem Ernährungsratgeber beschrieben!

 

Hier geht's zum Buch!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0