Was über Flohsamen

Zunächst: Flohsamen wird als Naturheilmittel allgemein überschätzt. Aber es ist in bestimmten Situationen dennoch brauchbar. Flohsamen (Plantago ovata, Metamucil) ist eine der wenigen rein natürlichen Substanzen, die sowohl eine Verstopfung als auch einen Durchfall lindern können. Dies tut er durch seine so genannten „löslichen“ Ballaststoffe. Es gibt nämlich zwei verschiedene Arten von Ballaststoffen: unlösliche (wie beispielsweise Getreidekleie) und lösliche (wie beispielsweise Pektin).

 

Dass Flohsamen entzündungshemmend wirkt, ist schlichtweg gelogen. Aber: er kann indirekt eine Entzündung hemmen, indem er sich auf die Peristaltik und die Verweildauer von Stühlen im Darm auswirkt. Durch seine Quellkraft nimmt er sehr viel Wasser auf und macht so den Stuhl geschmeidiger bei Verstopfung, wodurch der Stuhl auch schneller durch den Darm hindurch gelangt. Das hemmt die Bildung von Fäulnisbakterien.

 

Bei Durchfall hingegen bindet er Wasser und verlangsamt etwas die Passage. Dadurch gehen Reizungen zurück. Reizende Stoffe (wie Gallensäure) werden ebenfalls gebunden, wodurch der pH-Wert im Darm etwas basischer wird. Der normale pH-Wert im Dickdarm liegt, meiner Beobachtung nach, zwischen 6,2 und 6,8 (bis 7,0), beobachtete Extremwerte 7,5 (das ist basisch und erhöht die Wahrscheinlichkeit für eine ausufernde Fäulnisflora, die den Darm von innen „vergiftet“) und 5,6 (das ist sauer und spricht für eine Gärungsdyspepsie, die den Darm reizt und eine bereits vorhandene Entzündung und Durchfälle verstärken kann).

 

Auch hier kann Flohsamen in beide Richtungen regulierend eingreifen.

 

Allerdings nicht bei Entzündungsschüben ab mittlerer Größenordnung und auch nicht bei Stenosen, also Darmverengungen, damit einhergehenden Passagestörungen.

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