Wie funktioniert das bloß?

Die Medizin respektive die wissenschaftliche Forschung hat uns bisher einige, durchaus immer mal wieder ganz brauchbare Antworten gegeben, warum bei Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa die „Kommunikation“ zwischen Schleimhautzellen, Epithelzellen des Darms, immunkompetenten Zellen und der Darmflora nicht so funktioniert wie beim Gesunden. Beispielsweise kann durch eine Kombination von Genetik, Epigenetik, Umweltfaktoren, medizinischen Faktoren und Ernährung zu einem Kommunikationsproblem etwa zwischen Monozyten und Darmbakterien führen und ein (unangebrachter) Abwehrreiz ausgelöst wird. Oder da ein Abwehrreiz fehlt, wo eigentlich einer sein müsste (ich glaube daran, dass im Rahmen einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung beides möglich ist).

 

Allein, eine Antwort, warum Schübe kommen und gehen, warum die Krankheiten in bestimmtem Lebensalter auftreten und in anderen Lebensphasen weniger, warum verschiedene, „unerklärliche“ Nahrungsmittelintoleranzen mit hineinspielen oder schlicht Dinge nicht vertragen werden, die ein Gesunder gar nicht bemerkt, warum Stress bei dem Einen sofort eine Verschlimmerung auslöst und bei dem Anderen erst nach einer gewissen Zeit – darauf geben diese Vermutungen keine Antwort.

 

Wahrscheinlich wäre das auch zu viel verlangt.

 

Ein simples Modell von mir zur Erklärung von Schüben und Ruhephasen (nicht immer tritt eine Beruhigung der Entzündung NUR durch Medikamentengaben ein!):

 

Die Chronizität, das heißt das Anhalten der Krankheit, wird durch eine Veränderung des Gesamtmilieus ausgelöst. Der Teufelskreislauf, der den Zustand des Darms außerhalb eines gesunden Rahmens hält, hat umweltmedizinisch betrachtet mindestens einen Steuerungsfaktor von außen (Hormone, autonomes Nervensystem, so genannte „Endotoxine“ von nicht ausgeheilten Vorerkrankungen etc.).

 

In einer Ruhephase steuert ein weiterer Externer Faktor von außen entgegen: liegt der Erkrankung zum Beispiel eine chronische Erschöpfung des autonomen Nervensystems zugrunde, könnte ein vitaler Stressreiz (im positiven Sinne) einen vorübergehenden Ausgleich ins Spiel bringen, der wiederum eine vorübergehende Ruhe ins System Darm bringt. Medikamente, wie beispielsweise Kortison-Präparate, sind ein solcher möglicher Steuerungsfaktor, aber das Ganze kann durchaus auch ohne Medikamente ablaufen, wie dies beispielsweise bei mir der Fall war. Kurz zusammengefasst:

 

Mehrere Faktoren „de-regulieren“ den Darm: das gesamte Milieu, Immun-Antwort etc. verändern sich.

 

Diese Faktoren versetzen den Darm in einen Grundzustand der De-Regulation, also der Veränderung gegenüber dem Optimum. Dieser Grundzustand macht die chronische Krankheit aus.

 

Verschiedene Faktoren können (vorübergehend) dieser De-Regulation entgegen wirken. Das Ergebnis ist eine „Scheingesundheit“, in der Medizin auch als Remission bezeichnet.

 

In einem „gesunden System“ kommt ohne einen Eingriff von außen wieder alles ins Lot, das System reguliert sich selbst. Beispiel: Gesundung nach akuter, unkomplizierter Durchfallerkrankung.

 

In einem „kranken System“ wird ohne Eingriff von außen etwas aus dem Lot herausgerissen, das System de-reguliert sich selbst. Beispiel: erneuter Schub nach Absetzen der Medikamente.

 

In meinem "Milieukohärenzmodell" gehe ich detaillierter auf diese Dinge ein. Mehr zu dem Thema finden Sie in meinem Therapieratgeber:

 

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