Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen: wann steigt das Risiko?

Man redet von Krebsprävention. Man redet von Vorbeugung gegen koronare Herzkrankheiten. Man redet von Osteoporoseprophylaxe. Aber ein Begriff wie „Morbus Crohn – Vorbeugung“ ist mir noch nie unter gekommen.

 

Sicherlich wird, wenn man das Thema anschneidet, ein Besserwisser von der Schulmediziner-Fraktion daher kommen und sagen: „Da gibt’s keine Vorbeugung, das bestimmen die Gene, da kann man nichts machen, entweder es erwischt einen, oder es erwischt einen nicht.“

 

Abgesehen davon, dass es sowieso falsch ist, hat sich eine „Prävention“ für chronisch-entzündliche Erkrankungen, aber auch für Allergien, Neurodermitis, Psoriasis, allergisches Asthma oder Krankheiten wie multiple Sklerose noch nicht, sagen wir, „eingebürgert“. Das hat mehrere Gründe: erstens: die Erkrankungen treten mehr in der ersten Lebenshälfte auf. Zweitens: all diese Erkrankungen sind nach heutigem Stand nicht nur der Medizin, sondern auch der Naturheilkunde, weniger „berechenbar“ als die typischen degenerativen Alterskrankheiten. Während man abschätzen kann, welcher Lebenswandel zu Osteoporose, Arterienverkalkung, Krebs etc. führt, ist dies bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen überhaupt nicht möglich. Allerdings geht hier von der Naturheilkunde mehr Untersuchung aus (man schiebt es ja hier auch nicht auf die Gene!) und in der Zwischenzeit kann man einige Gefahren benennen beziehungsweise einkreisen…

 

1)      Ernährung:

 

Es hat sich gezeigt, dass Personen, die regelmäßig Gemüse und hier besonders Kohlgewächse, sowie immer mal wieder Bitter- und Scharfstoffe verzehren, vom darmspezifischen Immunsystem her wesentlich besser aufgestellt sind als solche, die dies nicht tun. Also, liebe Eltern: wenn eure Kinder auch mosern, lasst Sie immer mal Brokkoli, Rosenkohl oder auch mal einen Schnitz Grapefruit essen. Am besten aus Bio-Anbau. Denn Untersuchungen haben gezeigt, dass sich die meisten sekundären Pflanzenstoffe nur bei biologischem Anbau wirklich ausreichend ausbilden.

 

2)      Ernährung:

 

Die Inzidenz für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen schoss in die Höhe ab dem Zeitpunkt, ab dem Pflanzenöle sich zum Backen oder Braten auf breiter Front durchsetzen. Denn aus den mehrfach ungesättigten Fettsäuren dieser Öle entstehen bei großer Hitze „Trans-Fettsäuren“. Und die wirken im Darm als freie Radikale und schädigen die Darmschleimhaut. Allergische Reaktionen können sich verstärken, und der Betroffene braucht eine ganze Weile nichts davon zu merken. Aber irgendwann merkt man es eben doch.

 

3)      Ernährung! (Wer hätte das gedacht?)

 

Zucker und Zuckeraustauschstoffe. Muss ich noch weiter reden?

 

4)      Antibiotika:

 

Diese Dinger braucht man, um gefährliche bakterielle Infektionen zu bekämpfen. Das Dumme: viel zu oft werden diese Mittel auch bei absolut nicht gefährlichen Virusinfektionen verordnet. Heute weiß man: zwei Antibiotika-„Kuren“ im Kindesalter steigern das Risiko, an einer Allergie zu erkranken, um 50%. Und Allergien finden sich sehr häufig in der Voranamnese von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen

 

5)      Allgemein: harmlose Krankheiten nicht richtig auskurieren:

 

Das ist wohl eine der am meisten unterschätzten Gefahren überhaupt: eine Erkältung beziehungsweise einen grippalen Infekt nicht richtig auszukurieren, kann langfristig unangenehme Folgen haben. Das Bild der so genannten „Virusintoxikation“, der Belastung mit Schadstoffen durch den Stoffwechsel-„Abfall“ von Erregern, ist in der Medizin nicht akzeptiert, in der Naturheilkunde sehr häufig beschrieben.

 

In letzter Zeit bekomme ich es immer häufiger mit Komplikationen durch das Epstein-Barr-Virus zu tun. Wachstumsstopp und Morbus Crohn als Folge unmittelbar nach deren Auftreten im Kindesalter musste ich leider schon erleben. Das Thema wird in nächster Zeit im Blog weiter behandelt.

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